Bereits im Juni 1945 trafen sich in der Gaststätte „Zum goldenen Löwen" die Kameraden Otto Dubrau, Richard Grosche, Willi Klausch, Kurt Quegwer, Emil Putzen und Fritz Schultze, um die Freiwillige Feuerwehr wieder aufzubauen. Die Leitung übernahm zunächst der Kamerad Richard Grosche, den ab März 1946 der Kamerad Fritz Schultze ablöste.
Als erste Maßnahme wurde beschlossen, das Gerätehaus wieder seiner ursprünglichen Nutzung zuzuführen und die daran entstandenen Kriegsschäden zu beseitigen. Zu Fuß und per Fahrrad durchstreiften die Kameraden mit mehr oder minder großem Erfolg die umliegenden Wälder nach dort verstreut umher liegenden Feuerwehrgeräten. Einige Schläuche, die sich Privatpersonen angeeignet hatten, konnten sichergestellt werden.
Durch eine von der Freiwilligen Feuerwehr Golschow ausgeliehene TS-8 wurde dann erst einmal die Einsatzbereitschaft hergestellt. Diese musste bei folgenden im Jahre 1946 aufgetretenen Bränden unter Beweis gestellt werden: Brand der ehem. Berufsschule (als Kindergarten genutzt) in der Spremberger Straße, Brand der Mischkammer und Hafenstube in der Glashütte Greiner, Torf- und Waldbrand am Radensdorfer Fließ, Fahrzeugbrand eines Generator-Fahrzeugs am Laubster Berg sowie Straßenberäumung von durch sowjetische Panzer umgefahrenen Bäumen auf der Chaussee nach Domsdorf.
Ein Kamerad trieb schließlich einen gebrauchten VW-Motor auf, den man zur Firma Koebe nach Luckenwalde brachte, um eine Tragkraftspritze aufbauen zu lassen. Als diese nach längerer Zeit ausgeliefert wurde, war man sehr stolz auf dieses Gerät, für das inzwischen ein bereits ausgedienter Hänger mit viel Fleiß und Mühe repariert und wieder aufgebaut worden war. Als Zugfahrzeug diente ein Steyr-Lkw des Fuhrunternehmens Thiem und Bartusch. Da diese Lösung aber auf die Dauer nicht befriedigte, wurde von den Kameraden der Wehr in den Jahren 1948/49 ein Lkw Horch aufgebaut, der dann auch zufriedenstellend seinen Dienst versah. Durch gute Arbeit des Wehrleiters und zielstrebige Werbetätigkeit war die Mitgliederzahl bis zum Jahre 1948 auf 34 Kameraden angestiegen.
Am 1. August 1948 feierte die Freiwillige Feuerwehr Drebkau ihr 50-jähriges Bestehen. Mit diesem Jubiläum machte sie zum ersten Mal nach dem Krieg verstärkt auf sich aufmerksam. Zur Verpflegung der eingeladenen 24 auswärtigen Wehren gab es eine Sonderzuteilung von Pferdefleisch.
Nach der Gründung der Deutschen Demokratischen Republik schenkten die staatlichen Organe den Feuerwehren große Beachtung, da sie einen wichtigen Faktor zum Schütze des demokratischen Neuaufbaus darstellten. Durch eine systematische Ausbildung verbesserte sich die Einsatzbereitschaft, was in vielen Einsätzen, vor allem bei Bränden in den Glaswerken und bei den damals sehr häufig aufgetretenen Waldbränden bewiesen wurde.
Als der Kamerad Fritz Schultze 1951 aus der Wehr austrat, wurde die Leitung dem Kameraden Kurt Quegwer übertragen, der diese Funktion bis Mitte des Jahres 1956 ausübte.
Aber nicht nur im Brandschutz leistete die Freiwillige Feuerwehr eine gute Arbeit, sondern auch auf dem Gebiet der Kulturarbeit. So war sie es, die in den Nachkriegsjahren im Winter Kostümfeste und Maskenbälle und im Herbst Werbe- und Theaterabende veranstaltete. Diese waren nicht nur ein Anziehungspunkt für die Einwohner unserer Stadt sondern auch für die gesamte Umgebung. Der Erlös wurde zur Ergänzung der Ausrüstung aber auch für die jährlich durchgeführten Kameradschaftsabende verwendet, die das Zusammengehörigkeitsgefühl stärkten. 1954 führte die Freiwillige Feuerwehr den ersten Karneval in Drebkau durch, der 1955 gemeinsam mit der damals relativ starken Ortsgruppe des DRK eine Wiederholung fand.
Der schwärzeste Tag für die Freiwillige Feuerwehr Drebkau war der 15. Dezember 1952. Das Gerätehaus brannte mit sämtlichen Geräten aus ungeklärten Gründen bis auf die Umfassungsmauern nieder. Da das Feuer gegen 2 Uhr nachts ausbrach, wurde es erst sehr spät bemerkt, wodurch eine Rettung der Gerätschaften nicht mehr möglich war. Die zur Hilfe alarmierten Nachbarwehren konnten nur ein übergreifen des Feuers auf die angrenzenden Wohngebäude verhindern. Der Gesamtschaden betrug etwa 70 000 Mark.
Unmittelbar nach dem Brande bekam die Wehr einen Tragkraftspritzenanhänger mit Bestückung, für dessen Unterbringung der Kamerad Günter Hannusch seine Garage zur Verfügung stellte, bis als Zwischenlösung der Feuerwehr zur Aufbewahrung für ihre Geräte ein Raum im Gebäude des Rathauses angewiesen wurde. Obwohl die Wehrleitung große Anstrengungen unternahm, wieder zu einem Depot zu kommen, gelang das vorläufig nicht. 1954 erfolgte die Genehmigung eines Neubaus in der der damaligen Einwohnerzahl der Stadt Drebkau entsprechenden Standardgröße. Im Jahre 1955 wurde mit dem Bau begonnen, und zum 7. Oktober 1956 konnte die Wehr in das neue Depot einziehen.
Da trotz vieler Anträge ein Schlauchtrockenturm nicht gebaut worden war, ergaben sich nach den jeweiligen Einsätzen stets Schwierigkeiten beim Trocknen der Schläuche. Die Kameraden schafften sich insofern ein Provisorium, dass die Schläuche im Sommer am Schornstein der ehemaligen Brennerei aufgehängt, im Winter aber auf den Trockenturm nach Raakow gebracht wurden. Trotz all dieser Schwierigkeiten war stets die Einsatzbereitschaft gewährleistet.
Da die Verpflichtung der einzelnen Fuhrunternehmer bzw. der Kircherbrauerei zur Fahrzeuggestellung auf die Dauer keine befriedigende Lösung darstellte, versuchte die Wehr mit großer Initiative wieder zu einem Fahrzeug zu kommen. Ihr wurde 1956 schließlich auch das Chassis mit Motor eines Lkw vom Typ Badford zur Verfügung gestellt und für den Aufbau 2000 Mark bewilligt. Dieser wurde unter Regie der Firma Buchholz von den Kameraden durchgeführt, wobei eine Vielzahl freiwilliger Aufbaustunden geleistet wurde. Im April 1958 nahm man dieses Fahrzeug dann für die Feuerwehr in Betrieb. Am 1. April 1958 wurde in Drebkau ein Katastrophenlöschzug mit einer Löschgruppe und einer Spezialgruppe der Freiwilligen Feuerwehr Drebkau und einer Löschgruppe der Freiwilligen Feuerwehr Laubst aufgestellt. Bereits im Juli des gleichen Jahres hatte er seine erste Bewährungsprobe beim Hochwasserkatastropheneinsatz in Briesnigk an der Neiße zu bestehen. Für die dabei gezeigten Leistungen wurde die Drebkauer Wehr mit einer Ehrenurkunde und einer größeren Geldprämie geehrt.
Am 31. August 1958 feierte die Freiwillige Feuerwehr Drebkau ihr 60-jähriges Bestehen. Es fand unter reger Anteilnahme der Bevölkerung statt. Als Ehrengast war neben Vertretern des Staatsapparates der nach Forst verzogene langjährige Wehrleiter Karl Dubrau anwesend.
Zu weiteren Einsätzen außerhalb des Kreises rückte die Wehr mehrmals im Jahre 1959 aus, so zur Bekämpfung größerer Waldbrände am 5.5.1959 in Bärwalde, am 18.6.1959 bei Weißwasser, am 26.6.1959 bei Neupetershain sowie eines Waggonbrandes am 10.7.1959 in Altdöbern. Bei den Waldbränden lautete größtenteils die Aufgabe: Wasserförderung über lange Wegestrecken.
Um die Alarmierung der Wehr zu verbessern, erarbeiteten sich die Kameraden die Mittel für eine zweite Sirene im Nationalen Aufbauwerk. Diese montierten sie im Mai 1960 auf dem Gebäude des VEB Dampfmühle.
Am 1. Mai 1961 erhielt die Freiwillige Feuerwehr Drebkau als modernes Löschfahrzeug einen Lkw-TS 8 mit STA. Dadurch war wiederum eine bessere Einsatzbereitschaft gewährleistet, die bei der Erdgaseruption bei Guben im Oktober 1962 unter Beweis gestellt wurde. Auf die Wehr wirkte das neue Fahrzeug als weiterer Ansporn in der Arbeit, so dass sie für das Jahr 1962 als beste Freiwillige Feuerwehr des Kreises Cottbus-Land ausgezeichnet wurde. Für gute Arbeit erhielt sie auch 1963 vom Rat der Stadt eine Auszeichnung.
Da die Arbeit mit neuer moderner Technik stets höhere Anforderungen mit sich bringt, legte man staatsseitig sehr viel Wert auf die Verbesserung der Ausbildung. Junge Kader besuchten die zu diesem Zweck ins Leben gerufenen Feuerwehrschulen in Neudeck (Kreis Herzberg), Heyrothsberge bei Magdeburg und später das Ausbildungskommando Kamenz. Diese schulischen Ausbildungen brachten für die Wehr stets einen Gewinn.
Außer zu Löscharbeiten bei 19 kleineren Bränden im örtlichen Bereich wurde die Wehr in den Jahren 1963/64 am 3. und 4. August 1963 zur Bekämpfung des großen Waldbrandes an der F 97 bei Bräsinchen und im August 1964 bei der Waldbrandkatastrophe bei Weißwasser eingesetzt.
Die Löschwasserversorgung, die durch ein Netz von Flachspiegelbrunnen im Stadtgebiet gewährleistet war, erfuhr 1964 durch den Anschluss der Stadt an die Fernwasserleitung eine weitere Verbesserung.
Der Rat des Kreises Cottbus-Land zeichnete das Fahrerkollektiv der Wehr zum 7. Oktober 1964 für seine vorbildliche Einsatzbereitschaft und vorbildliche Fahrzeugpflege aus. Weiterhin belegte die Wehr in den Jahren 1964/65 beim „Wettbewerb der guten Taten" im Wirkungsbereich stets vordere Plätze.
Am 9.8.1965 wurde nach längerer Vorbereitungszeit in Drebkau eine Frauenlöschgruppe gegründet. Es waren zum größten Teil Ehefrauen von Kameraden, die sich zur Mitarbeit bereit erklärten. Ihr Aufgabengebiet lag vornehmlich im vorbeugenden Brandschutz. Jedoch wurde die praktische Ausbildung nicht vernachlässigt, was unsere Frauen bei den Wirkungsbereichs- und Kreisausscheiden unter Beweis stellten, bei denen sie stets ihren „Mann" standen.
Da für die Anforderungen, die man an die Wehr stellte, das bestehende Gerätehaus zu klein geworden war, genehmigten die staatlichen Stellen den Bau eines neuen. Am 12.8.1965 erfolgte der erste Spatenstich für die Schachtarbeiten. Im Bauverlauf leisteten die Kameraden sehr viele Aufbaustunden, so dass sie als Miterbauer des Gerätehauses gelten können. Als am 26.9.1966 die Übergabe an die Freiwillige Feuerwehr erfolgte, konnten die Kameraden Eberhard Ruhe, Heinz Zunder, Dieter Kaiser, Heinz Dartsch und Felix Heinze mit der Aufbaunadel in Gold und die Kameraden Horst Ortlieb und Eberhard Schneider mit der Aufbaunadel in Silber ausgezeichnet werden. Weitere zehn Kameraden erhielten die Aufbaunadel in Bronze. Dass neben den Arbeiten am Gerätehaus die Aufgaben im Brandschutz nicht vernachlässigt wurden, beweist die Tatsache, daß die Wehr 1965 zweimal eine Prämie für gute Arbeit im vorbeugenden und tätigen Brandschutz erhielt.
In der Leitung der Wehr vollzog sich 1967 ein Wechsel. Der Kamerad Horst Buchholz, der seit 1956 als Wehrleiter fungierte und in den Jahren 1965 vom Kameraden Heinz Zunder und 1966 vom Kameraden Dieter Kaiser kommissarisch vertreten worden war, legte sein Amt nieder. Ab 1.1.1968 übernahm der Kamerad Heimfried Kemnitz die Leitung der Wehr.
Neben den Arbeiten im NAW, die beim Bau des Gerätehauses geleistet wurden, beteiligten sich die Kameraden der Wehr auch an anderen Objekten. Einige davon sind das Räumen von Gräben, die Instandhaltung der Straßenbeleuchtung, das Verlegen der Wasserleitung, das Pflastern von Bürgersteigen und die Beteiligung beim Bau einer Abwasserleitung unter der Bahnbrücke.
Um endlich auch die Schlauchtrocknung besser durchführen zu können, stellten die Kameraden dafür 1968 einen Mast mit Aufzugsanlage auf. Im gleichen Jahr wurde auch die zum Gerätehaus gehörende Wohnung übergeben und durch einen Kameraden bezogen. Da das neue Gerätehaus unmittelbar neben dem alten steht, ist letzteres als Sozialgebäude und Kulturraum umgebaut und entsprechend eingerichtet worden. Auch hier waren es wieder die Kameraden, die den größten Teil der Arbeiten im NAW leisteten.
Im Jahre 1968 machten sich wiederum größere außerörtliche Einsätze notwendig. Im August 1968 wurde die Wehr bei einem Flözbrand im Tagebau Spreetal eingesetzt, bei dem die Brandbekämpfung unter schwierigen Bedingungen erfolgte. Am 19.12.1968 kam es zu einem Einsatz im RAW Cottbus, in dessen Anschluß unsere Wehr für die dabei gezeigte vorbildliche Einsatzbereitschaft von der BDVP eine Prämie erhielt. Nach einigen sporadischen Ansätzen in den Jahren 1959 und 1963 kam es am 11.11.1968 erneut zur Bildung einer Arbeitsgemeinschaft „Junger Brandschutzhelfer", deren Anleitung der Kamerad Dieter Kaiser übernommen hatte. Die Ergebnisse der Arbeit zeigten sich bei den Wirkungsbereichsausscheiden, bei denen sie 1969 den 1. Platz und 1970 den 3. Platz belegen konnten.
Das gestiegene Bewusstsein der Kameraden kam auch darin zum Ausdruck, daß sich die Wehr 1968 entschloß, den Wettbewerb um die Ablegung der Leistungsstufe III aufzunehmen. Die Bedingungen dafür konnten im Juli 1969 erfüllt werden. Angespornt durch diesen Erfolg beschieß man, um den Erwerb der nächst höheren Leistungsstufe zu kämpfen. Am 14. Dezember 1970 legte die Wehr als erste Wehr des Wirkungsbereichs Drebkau die Leistungsstufe II ab, was als echter Erfolg in der Arbeit zu werten war.
Auch auf dem Gebiet des Feuerwehrkampfsportes kann die Wehr auf gute Erfolge zurückblicken. Reichte es bei der ersten Beteiligung am Schnelligkeitswettbewerb im Jahre 1967 nur für einen 7. Platz, so belegte sie im Jahre 1968 schon den 1. Platz im Wirkungsbereich. Beim Kreisausscheid des gleichen Jahres konnte unsere Wehr den 1. und 2. Sieger im Dreikampf stellen. Den 1. Platz beim Schnelligkeitswettbewerb verteidigte die Wehr auch in den Jahren 1969, 1970, 1971 und 1972. Dazu kamen 1971 ein 2. Platz und 1972 ein 1. Platz im Gruppenwettkampf. Beim Kreisausscheid 1972 wurde beim Schnelligkeitswettbewerb ein 2. Platz erkämpft und beim Bezirksausscheid ein 3. Platz in der gleichen Disziplin. Alle diese Erfolge sind Früchte einer kontinuierlichen Ausbildungsarbeit.
Aber nicht nur die Brandbekämpfung und die Ausbildung waren Schwerpunkte der Arbeit. Ein großes Augenmerk richtete die Feuerwehr auf den vorbeugenden Brandschutz, dessen Leitung der Kamerad Eberhard Ruhe übernommen hatte. Wurden 1960 bei 98 Kontrollen 245 Mängel und 1961 bei 142 Kontrollen 200 Mängel festgestellt, so waren es 1971 bei 83 Kontrollen nur noch 29 Mängel und 1972 bei 89 Kontrollen 33 Mängel, wobei zu bemerken ist, daß durch die Schulung der Brandschutzgruppen die Qualität der Kontrollen eine weit höhere geworden war. Die Tätigkeit im vorbeugenden Brandschutz hatte zur Folge, daß die Zahl der Wohnungsbrände seit 1969 ständig abnahm.
Alle diese Ergebnisse zusammengenommen führten dazu, daß unsere Wehr zum 22. Jahrestag der DDR als „Beste Wehr im sozialistischen Wettbewerb" ausgezeichnet wurde und eine Geldprämie erhielt.
Um eine bessere Einsatzbereitschaft zu gewährleisten, erhielt die Freiwillige Feuerwehr Drebkau am 12.2.1971 ein neues Löschgruppenfahrzeug LF 8-TS mit STA. Dieses Fahrzeug war mit einer Vorbaupumpe versehen und konnte durch Veränderung des Aufbaus für verschiedene Einsatzvarianten umgerüstet werden, so z. B. als Tanklöschfahrzeug, bei dem die Ausrüstung mit einem flexiblen Behälter von 900 l Fassungsvermögen beste Voraussetzungen für die Bekämpfung von
Entstehungs- und Waldbränden bot. Durch die verschiedenen Einsatzmöglichkeiten war dieses Fahrzeug besonders für die örtlichen Brandschutzorgane geeignet, wodurch die Stationierung mehrerer, den verschiedenen Einsatzbedingungen entsprechender Spezialfahrzeuge entfallen konnte.
Bei der Fahrzeugbetreuung hatte sich bereits zuvor ein turnusmäßiger Fahrereinsatz sehr günstig ausgewirkt. Bei den alljährlichen Fahrzeugappellen erhielten unsere Fahrzeuge seit 1969 ständig die Note „1".
Der Freiwilligen Feuerwehr gehörten 1973 8 Kameradinnen und 32 Kameraden an. Sie verfügte über folgende Ausrüstungsgegenstände:
1 Löschgruppenfahrzeug LF 8-TS mit STA
1 TSA8
1 Gleichstrom-Generator 0,63 kW
4 Druckluftatmer
43 B-Druckschläuche
28 C-Druckschläuche.
Vom 1. - 3. Juni 1973 beging die Freiwillige Feuerwehr Drebkau ihr 75-jähriges Bestehen. Mit den Feierlichkeiten und brandschutztechnischen Vorführungen war auch der Wirkungsbereichsausscheid verbunden, bei dem die Drebkauer Wehr die ersten Plätze in den ausgeschriebenen Disziplinen erringen konnte. Gute Plätze errang sie ebenfalls beim Kreisausscheid. Brände mußten 1973 beim VEB Getreidewirtschaft und im VEB Behälterglaswerk gelöscht werden.
Erste Plätze erzielten die Männer- sowie die Frauenmannschaft beim Wirkungsbereichsausscheid 1974. Beim Kreisausscheid errangen die Frauen bei der Gruppenstaffette ebenfalls den 1. Platz, und auch beim Bezirksausscheid konnten sie einen 3. Platz erzielen. Dafür wurden sie vom Rat der Stadt mit einer größeren Prämie ausgezeichnet.
Der Verbesserung der Einsatzbereitschaft dienten die Ausrüstung des Löschfahrzeugs mit einem Funkgerät sowie die Einführung des Fahrer-Diensthabenden-Systems. Im NAW übernahm die Feuerwehr, wie schon in zuvor liegenden Jahren den Abriß von inzwischen baufällig gewordenen Häusern. An Bränden waren neben einigen Waldbränden lediglich ein Kohlewaggonbrand im VEB Behälterglaswerk und ein Schwellenbrand auf dem Bahnhof zu löschen.
Als Ende 1974 der Kamerad Heimfried Kemnitz seine Funktion niederlegte, übernahm ab 1. Januar 1975 der Kamerad Lotar Balke die Leitung der Freiwilligen Feuerwehr Drebkau.
Um eine bessere Ausbildung zu gewährleisten, richtete sich die Wehr auf einem ehemaligen Stück Brachland in der Felix-Meyer-Straße eine Ausbildungs- und Wettkampfstätte her, wofür viele Stunden im NAW geleistet wurden.
Zum Wirkungsbereichsausscheid 1975 bestand sie ihre Bewährungsprobe, wobei die Frauenmannschaft jeweils den 1. Platz beim Löschangriff und bei der Gruppenstaffette belegte und die Männer ebenfalls den 1. Platz in diesen Disziplinen und auch auf der Hindernisbahn. Beim Kreisausscheid errangen die Drebkauer Frauen sowie die Männer jeweils den 1. Platz in der Gruppenstaffette und die Männer dazu den 3. Platz auf der Hindernisbahn.
Viel Wert wurde weiterhin dem vorbeugenden Brandschutz gewidmet. Die bestehenden Kontrollgruppen spezialisierten sich und vor allem in Wohnstätten führten die Kameraden, unterstützt durch Bürger aus Betrieben und Organisationen, Massenkontrollen durch. Bemüht war man, die dabei festgestellten Mängel möglichst sofort oder umgehend abzustellen.
Im Dezember 1975 gelang es der Wehr, die Leistungsstufe l abzulegen, was als Erfolg für die geleistete Arbeit zu werten ist. Dafür wurde sie vom Rat der Stadt mit einer Prämie ausgezeichnet. An Technik erhielt die Wehr 1975 ein Motorrad TS 250. 1976 beantragte die Wehrleitung den Anbau eines Versammlungsraumes mit Sanitärtrakt an das Gerätehaus. Trotz jahrelangen Bemühens um die Realisierung kam dieser aber nicht zur Ausführung.
Bedingt durch den guten Ausbildungsstand konnten auch in den nächsten Jahren beachtliche Erfolge bei den Wirkungsbereichsausscheiden erzielt werden, so 1977 drei 1. Plätze und 1978 vier 1. Plätze. Ebenfalls errangen die Männer beim Kreisausscheid 1977 jeweils den 1. Platz beim Löschangriff und bei der Gruppenstaffette. Durch gute Arbeit im vorbeugenden Brandschutz waren 1976 und 1977 keine Brandeinsätze zu verzeichnen. Zielstrebige Werbung führte dazu, daß der Mitgliederstand der Wehr Ende 1977 auf 38 Kameraden und 11 Kameradinnen angestiegen war. Somit waren die Vorraussetzungen dafür gegeben, Ende 1977 die Leistungsstufe l mit Erfolg zu verteidigen.
Vom 8. bis 10. September 1978 feierte die Freiwillige Feuerwehr Drebkau ihr 80-jähriges Jubiläum, das einen kulturellen Höhepunkt im Leben der Stadt darstellte. Besonderen Anklang fand dabei die tschechische Blaskapelle aus Rumburk. Obwohl ein Teil der Pokalwettkämpfe wegen anhaltenden Regens auf Anfang Oktober verschoben werden mußte, konnte dabei die Drebkauer Wehr die Pokale für einen 1. Platz, zwei 2. sowie zwei 3. Plätze erringen.
Im vorbeugenden Brandschutz wurden 1978 292 Kontrollen und 35 Nachkontrollen durchgeführt. Dazu kamen 170 Kontrollen in Wohnstätten während der Woche der Winterbereitschaft. Trotzdem rückte die Feuerwehr zu sieben Brandeinsätzen aus, so nach 13 Jahren wieder zu einem Wohnungsbrand, zu Waldbränden bei Rehnsdorf und Neuendorf, zum Bahndammbrand bei Laubst, zu einem größeren Brand im Glaswerk, zum Getreidefeldbrand bei Casel und zum Viehstallbrand bei der LPG in Rehnsdorf. Bei einem 18-ständigen Katastropheneinsatz im Stadtgebiet im August wurden Straßen von niedergebrochenen Bäumen beräumt, Abflüsse freigelegt und Keller ausgepumpt.
Die Technik fand durch die Übergabe eines Schaumlöschanhängers sowie eines TLF 16 eine beachtliche Erweiterung. Doch war das TLF 16 bereits einige Jahre im Einsatz und mit vielen Mängeln behaftet. Trotz Reparaturen in Werkstätten und seitens der Kameraden kam es öfters zu Störungen, die erst durch eine Generalreparatur 1984 in Berlin behoben wurden.
Die Anleitung der „Jungen Brandschutzhelfer", die seit einigen Jahren vom Kameraden Gerhard Pietsch durchgeführt wurde, übernahm 1978 die Kameradin Edith Zegenhagen. Öffentlich traten sie wieder beim 80-jährigen Jubiläum in Erscheinung. 1979 erfolgte die endgültige Umbildung der Freiwilligen Feuerwehren in Golschow und Raakow, die bisher noch ziemlich selbständig gearbeitet hatten, zu Kommandostellen und deren Einbeziehung in das Diensthabendensystem der Feuerwehr Drebkau. Doch gab es durch die räumliche Entfernung hierbei aber ständig Schwierigkeiten.
Auch im Jahr 1979 mußte die Wehr zu acht Brandeinsätzen - davon sechs Waldbränden - und einem Katastropheneinsatz im VEB Glaswerk ausrücken. Neben diesen Einsätzen wendeten die Kameraden viele Stunden für die Pflege der Fahrzeuge und die Instandhaltung des Gerätehauses auf, was bei Kontrollen stets gewürdigt und oft mit Prämien bedacht wurde.
Neben der Arbeit vergaß man aber auch die Geselligkeit nicht. So fanden fast alljährlich Kameradschaftsabende statt, von denen der im April 1979 besonders erwähnenswert ist, da sich dabei erstmalig die Kameraden der Drebkauer Wehr und der beiden Kommandostellen auch in geselliger Runde vereinten.
Als ab 1. Juli 1979 der Kamerad Lotar Balke, durch berufliche Qualifizierung bedingt, seine Funktion niederlegte, wurde der Kamerad Wolfgang Wiangke zunächst kommissarisch und ab 1. Juni 1980 zum Wehrleiter berufen.
Bereits 1978 war es der Wehrleitung gelungen, ein altes Feuerwehrfahrzeug Mercedes, Baujahr 1928, zu erwerben, welches wieder in einen fahrbereiten Zustand gebracht werden sollte. Dazu leisteten befähigte Kameraden eine Unzahl an Aufbaustunden. Den ersten Auftritt hatte dieses Veteranenfahrzeug zur 700-Jahr-Feier der Stadt Drebkau, wo die Feuerwehr die Entwicklung des Feuerlöschwesens darstellte.
Auch 1980 mußte die Wehr zu neun Brandeinsätzen ausrücken. Im vorbeugenden Brandschutz wurden 273 Kontrollen in Wohnstätten und 54 Kontrollen in Betrieben, Verkaufsstellen und Einrichtungen durchgeführt, wozu noch 140 kontrollierte Wohnungseinheiten in der Woche der Winterbereitschaft und des Brandschutzes hinzukamen.
Für ihre bislang erbrachten Leistungen wurde die Freiwillige Feuerwehr Drebkau 1980 mit der „Verdienstmedaille im Brandschutz" ausgezeichnet. Schon am 1. Januar 1981 mußte die Wehr nach Greifenhain ausrücken, wo durch Feuerwerkskörper eine Scheune und Stallungen in Brand geraten waren. Weitere 12 Brände waren in diesem Jahr zu löschen, von denen sechs Bahndammbrände den Schwerpunkt bildeten. Bei Brandschutzkontrollen wurden durch die Brandschutzgruppen und bei Massenkontrollen 1007 Wohnstätten im Stadtgebiet kontrolliert. Beim Wirkungsbereichsausscheid erreichte die Frauenmannschaft in der Gruppen-stafette und beim Löschangriff jeweils den 1. Platz. Bedingt durch die Erfüllung weiterer Kontrollelemente errang die Freiwillige Feuerwehr Drebkau im Dezember 1981 den Titel „Vorbildliche Freiwillige Feuerwehr".
Eine größere Anzahl an Brandeinsätzen hatten die Wehr in den folgenden Jahren zu bewältigen. 1982 waren es insgesamt 21, davon acht Bahndammbrände, ein Brand in der Kinderkrippe, ein Pkw-Brand, ein Wannendurchbruch im Glaswerk sowie zehn Waldbrände, davon ein größerer in Knappenrode. Ebenfalls waren 1983 viele Waldbrände mit insgesamt 410 Einsatzstunden zu verzeichnen. 1984 bekämpfte die Wehr sechs Brände - drei Waldbrände, einen Scheunenbrand, zwei Pkw-Brände - und rückte zweimal zum Beseitigen von Sturmschäden aus. Aber auch die sechs Brandschutzkontrollgruppen führten 1982 entsprechende Kontrollen durch. So wurden 552 Wohnstätten kontrolliert und bei 29 Mängeln Auflagen zu deren Beseitigung erteilt. 53 Kontrollen mit 20 festgestellten Mängeln fanden in Betrieben, Verkaufsstellen und Objekten statt. 1984 wiesen 702 kontrollierte Wohnungen 36 Mängel sowie 63 Betriebe und Einrichtungen 14 Mängel auf. Im gleichen Jahre wurde die Drebkauer Wehr zur Stützpunktfeuerwehr für den Gemeindeverband Drebkau ernannt.
Da die meisten Feuerwehrkameraden außerhalb und teilweise in Schichten arbeiteten, war die Einsatzbereitschaft vor allem tagsüber nicht immer gewährleistet. Deshalb mußte eine Tageslöschgruppe, deren Mitglieder Drebkauer Betriebe und Einrichtungen benannten, aufgestellt und ausgebildet werden.
Beim Wirkungsbereichsausscheid 1985 gelang es den Frauen wiederum den 1. Platz in der Gruppenstaffette zu erringen. Obwohl während dieser Jahre neue Mitglieder für die Wehr gewonnen werden konnten, war es auf der anderen Seite notwendig, sich von Mitgliedern zu trennen, die sich kaum oder nicht an der Dienstdurchführung beteiligten. Ende 1985 betrug daher der Mitgliederstand der FFw Drebkau 38 Kameraden und 11 Kameradinnen. In der AG „Junge Brandschutzhelfer" arbeiteten 11 Schüler mit. Durch oftmals wechselnde Anleitung konnten jedoch keine befriedigenden Arbeitsergebnisse erzielt werden.
Am 24. Januar 1986 wurde der Kamerad Wolfgang Wiangke von der Leitung der Wehr entbunden und als Nachfolger der Kamerad Günter Zegenhagen eingesetzt.
Neben dem Löschen einiger kleiner Brände erfolgte 1986 der Einsatz der Wehr bei einem Wannendurchbruch im VEB Glaswerk Drebkau. Kontinuierlich arbeiteten indes die Brandschutzkontrollgruppen, die ihre Kontrollen gewissenhaft und in nicht geringer Anzahl durchführten.
Im Jahre 1987 erfolgte die Renovierung des Kulturraumes im alten Gerätehaus. Gleichfalls wurde eine Miniküche sowie Dusche und Toilette eingebaut, womit sichfür die Kameraden eine Verbesserung der sozialen Bedingungen ergab.
Im Jahr 1988 waren im April und Mai viele Waldbrandeinsätze erforderlich, wobei das TLF 16 sieben Mal zum überörtlichen Einsatz ausrücken mußte. Ein Höhepunkt war der Flächenwaldbrand bei Weißwasser, bei dem 496 Einsatzstunden geleistet wurden. Weiterhin war die Bekämpfung des durch Blitzschlag entstandenen Brandes eines Stalles und Wirtschaftsgebäudes in Raakow notwendig.
Die AG „Junge Brandschutzhelfer", deren Leitung 1987 der Kamerad Andreas Glaser, zeitweise vom Kameraden Torsten Hannusch unterstützt, übernommen hatte, konnte beim Kreisausscheid in Cottbus einen 1. Platz sowie zwei 2. Plätze erzielen. Beim vorbeugenden Brandschutz stand die Öffentlichkeitsarbeit im Vordergrund. Durchgeführte Kontrollen ergaben folgende Ergebnisse: In Handelseinrichtungen 10 mit fünf festgestellten Mängeln, in Betrieben und Einrichtungen 34 mit 13 Mängeln und in Wohnstätten 446 mit 112 Mängeln.
Bei der Renovierung des Gerätehauses wurden 230 Std. geleistet. Neben der umfangreichen Pflege der Fahrzeuge und Geräte richteten die Kameraden das Veteranenfahrzeug „Mercedes" zu einem fast dem Original entsprechenden, fahrbereiten Löschfahrzeug her, wozu sie 485 Std. aufwendeten. Dadurch konnte es des Öfteren zu Jubiläen und Feuerwehrfestveranstaltungen eingesetzt werden. Für ihre gute Arbeit erhielt die Feuerwehr vom Rat der Stadt sowie vom Rat des Kreises Prämien.
Am 10. September 1988 fand im Kulturhaus Drebkau die Festveranstaltung anläßlich des 90-jährigen Bestehens der Freiwilligen Feuerwehr Drebkau statt. Verbunden war sie mit einem anschließenden Kameradschaftsabend.
Als zu Beginn des Jahres 1989 der Kamerad Zegenhagen sein Amt niederlegte, wurde ab 1. März 1989 der Kamerad Wolf-Dieter Hannusch als neuer Wehrleiter eingesetzt.
Die Löscheinsätze im Jahre 1989 waren durch viele Wald- und Ödlandbrände geprägt, bei denen sieben durch Brandstiftung entstanden. Weiterhin rückte die Wehr zu einigen Kohlestaubbränden auf dem Bahnhof Drebkau, zu einem Kohlebrand bei der BHG, zu einem Wohnungsbrand sowie zu Hilfeleistungen aus. Dabei wurden 571 Einsatzstunden geleistet. Zur Verbesserung der Einsatzbereitschaft erhielt die Wehr neue Funkgeräte vom Typ U 700. Im NAW wurden ein altes Wohnhaus in der Brauhausstraße sowie ein Güterschuppen auf dem Bahnhof abgebrochen. Für die Pflege der Fahrzeuge und Geräte wendeten die Kameraden 180 Stunden auf. Zufrieden stellend arbeiteten die Brandschutzkontrollgruppen. So kontrollierten sie zehn Handelseinrichtungen und stellten neun Mängel fest, in 56 Betrieben und Einrichtungen waren es vier Mängel und in 355 Wohnstätten zwölf Mängel. Weiterhin wurden 24 Kontrollen zum Schutz der Ernte durchgeführt.
Auch die AG „Junge Brandschutzhelfer" zeichnete sich durch gute, kontinuierliche Arbeit aus. Bei den Kreismeisterschaften erreichte sie vordere Plätze, und erstmalig übernahm sie die Winterfestmachung der Ober- und Unterflurhydranten im Stadtgebiet. Zur Festigung der Kameradschaft unternahmen die Kameradinnen und Kameraden einen Ausflug nach Dresden mit Dampferfahrt in die Sächsische Schweiz, der für alle Beteiligten in guter Erinnerung blieb.
Das Jahr 1990 brachte auch für die Freiwilligen Feuerwehren eine Wende. Sie organisierten sich vereinsmäßig und wurden den neu gebildeten Stadt- und Gemeindeverwaltungen unterstellt. Die Arbeit lief aber trotzdem weiter. So mußten eine Reihe von Wald- und Ödlandbränden gelöscht werden, als deren Ursache zum großen Teil Brandstiftung festgestellt werden konnte. Darauf beruhte auch ein Stall- und Scheuenbrand in Radensdorf. Bei einem anderen Scheunenbrand war Blitzschlag die Ursache. Weitere Brände waren auf der Müllkippe und an Bahndämmen zu löschen. Bei diesen Brandeinsätzen fielen 517 Einsatzstunden an.
Im vorbeugenden Brandschutz wurden in acht Handelseinrichtungen Kontrollen durchgeführt, 46 in Betrieben und Einrichtungen sowie 215 in Wohnstätten. Die dabei festgestellten geringfügigen Mängel konnten meist sofort beseitigt werden. Für Wartungs- und Pflegearbeiten an Fahrzeugen und Geräten wendeten die Kameraden 120 Stunden auf. Außerdem rückten sie zu einer Hilfeleistung aus. Auf eine kontinuierliche Arbeit konnte auch die AG „Junge Brandschutzhelfer" verweisen. Im Jahr 1991 waren wiederum viele Wald- und Ödlandbrände zu bekämpfen. Hauptsächlich war Brandstiftung die Ursache. Weitere Einsätze erfolgten bei Müllkippen- und Bahndammbränden bei der Kohleverbindungsbahn. Zu bekämpfen waren auch ein Wohnungsbrand in Koschendorf und zwei Scheunenbrände in Greifenhain und Radensdorf, letzterer entstand durch Brandstiftung. Neu erfolgte der Einsatz der Feuerwehr bei zwei Verkehrsunfällen und Hilfeleistung zu drei weiteren. Insgesamt mußten bei Bränden und Einsätzen 1.176 Stunden aufgewendet werden.
Für Fahrzeug- und Gerätepflege sowie für Arbeiten im und um das Gerätehaus erbrachten die Kameraden 295 Stunden. Weiterhin richteten sie eine Kleiderkammer in einer leer stehenden Wohnung ein.
Aber es traten auch Schwierigkeiten auf. Durch Rückführungsansprüche konnte der Übungs- und Ausbildungsplatz nicht mehr genutzt werden, wodurch sich Schwierigkeiten bei der Ausbildung im nun wieder verstärkt anlaufenden Feuerwehrkampfsport ergaben.
Probleme gab es auch in der Arbeit der Kommandostellen. Durch das Umsetzen des KLF B1000 von Raakow nach Jehserig war die Einsatzbereitschaft der Kommandostelle Raakow, die 1990 das 60-jährige Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr Raakow gefeiert hatte, nicht mehr gesichert. Das Interesse an der Feuerwehrarbeit ließ rapide nach, was schließlich 1994 zu deren praktischer Auflösung führte.
Die AG „Junge Brandschutzhelfer" organisierte mit Hilfe einiger Feuerwehrkameraden das erste Osterfeuer in Drebkau, das sich in den kommenden Jahren zur Tradition entwickeln sollte. Am 1. Juli 1991 erfolgte die Umwandlung der Arbeitsgemeinschaft zur Jugendfeuerwehr Drebkau mit elf Mitgliedern. Deren besonderes Erlebnis war die Teilnahme am 1. Jugendzeltlager des Landes Brandenburg in Bad Saarow, wo die jungen Kameraden bei den durchgeführten Wettkämpfen den 2. Platz belegen konnten. Beim 1. Kreisjugendfeuerwehrtag in Burg erreichten sie den 1. Platz von insgesamt 15 teilnehmenden Mannschaften.
Im Jahre 1992 wuchs die Stärke der Freiwilligen Feuerwehr Drebkau auf 30 Kameraden und neun Kameradinnen an, die der Jugendfeuerwehr auf zwölf Mitglieder.
Wie in den vergangenen Jahren waren viele Wald- und Wiesenbrände zu bekämpfen, als deren Ursache zum Teil Brandstiftung festgestellt werden mußte. Weiterhin rückte die Wehr zu einem Müllcontainerbrand, zu einem Torfbrand am Schloß, zu einem Bahndammbrand, zu einem Strohbrand in Leuthen, zu einem Scheunenbrand in Jehserig sowie zu Verkehrsunfällen und Hilfeleistungen aus, wofür 1356 Einsatzstunden anfielen. Für Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten an Fahrzeugen und Geräten sowie am Gerätehaus wendeten die Kameraden 415 Stunden auf.
Das Traditionsfahrzeug und die Jugendfeuerwehr nahmen erstmalig am Rosenmontagsumzug in Drebkau teil und die jungen Kameraden richteten auch wieder das Osterfeuer aus.
Bei den Wettkämpfen des 2. Kreisjugendfeuerwehrtages errangen die Jungen einen 1. sowie zwei 2. Plätze. Ein besonderes Erlebnis war die Teilnahme am Kreisjugendlager im Waldbad Zeischa.
Waren die Einsätze in den vergangenen Jahren überwiegend durch Waldbrände geprägt, so zeichnete sich nun dahingehend eine Trendwende ab, daß Verkehrsunfälle den Einsatzschwerpunkt bildeten. Durch unangemessene Geschwindigkeit nahm auch deren Schwere zu, weshalb das Spreiz- und Schneidgerät öfters zum Einsatz kam. Hierfür machte sich jedoch eine spezielle Ausbildung erforderlich. Insgesamt rückte die Wehr 1993 zu 35 Verkehrsunfällen, vier Ölspurbeseitigungen sowie sechs technischen Hilfeleistungen aus. Demgegenüber hatte sie 15 Waldbrände, vier Müllcontainerbrände sowie sechs sonstige Entstehungsbrände zu bekämpfen.
Am 10. Juni 1993 erhielt die Wehr vom Land Brandenburg das neue Löschfahrzeug LF 16 TS 8 - Kat, wodurch sich die Einsatzbereitschaft in starkem Maße verbesserte. Volksfeststimmung herrschte in der Stadt, als die Freiwillige Feuerwehr am 18. September 1993 ihr 95-jähriges Bestehen feierte. Daran und am gleichzeitig stattfindenden 1. Kreisfeuerwehrverbandstag des Landkreises Cottbus beteiligten sich 18 Feuerwehren. Bei den durchgeführten Pokalwettkämpfen errangen die Frauen- und die Männermannschaft aus Drebkau jeweils den 1. Platz. Die Jugendfeuerwehr, die bei den Männern startete, konnte dort den 2. Platz belegen. Vorführungen von alter und neuer Feuerwehrtechnik rundeten das Fest ab. Den Höhepunkt bildete die Präsentation von Einsatzmöglichkeiten des ADAC-Rettungshubschraubers aus Senftenberg.
Sehr erfolgreich war dieses Jahr für die Jugendfeuerwehr, deren Stärke sich auf 18 Mitglieder erhöhte. Bereits als Tradition kann man die Beteiligung am Rosenmontagsumzug und die Ausrichtung des Osterfeuers bezeichnen. Beim Kreisjugendfeuerwehrtag in Werben konnten die Drebkauer Jungen bei den Gruppen- und Einzelwettkämpfen fünf 1. und mehrere vordere Plätze erringen.
Für ihre Gruppentreffen sowie für Ausbildungszwecke richteten sich die jungen Kameraden das Gerätehaus in Raakow her, wozu sie viele Arbeitsstunden leisteten. Offiziell wurde es ihnen am 8. Oktober 1993 übergeben.
Auch 1994 überwogen bei den Einsätzen 37 Verkehrsunfälle und 13 technische Hilfeleistungen. Des Weiteren rückte die Wehr zu 14 Waldbränden, einem Hotelbrand am Stausee in Bräsinchen, zwei Wohnungsbränden, zehn sonstigen Bränden, einer Menschenrettung (Badeunfall) sowie zwei Tragehilfen für das DRK aus, wofür 1272 Einsatzstunden anfielen.
Um das Schneid- und Spreizgerät effektiver einsetzen zu können, erhielt die Feuerwehr ein neues Stromaggregat 8 kVA. Für Wartung, Pflege und Instandsetzung der Fahrzeuge und Geräte sowie am Gerätehaus wendeten die Kameraden 325 Stunden auf.
Wie schon im vergangenen Jahr fand im Herbst ein Grillabend statt, der auch in den kommenden Jahren zur Tradition werden sollte.
Die Jugendfeuerwehr war ebenfalls wieder bei Ausscheiden erfolgreich, so in Jehserig, wo sie im Vergleich der Jugendfeuerwehren je einen 1. und 3. Platz errang und die ältere Gruppe, die bei den Männermannschaften startete, sogar den 1. Platz. Beim Kreisleistungsvergleich in Burg belegte sie im Einzelwettkampf einen ersten und mehrere vordere Plätze sowie im Gruppenwettkampf zwei 1. Plätze. Bei der Abnahme der Leistungsspange der Deutschen Jugendfeuerwehr in Forst erreichte die Gruppe das Gesamtergebnis „gut", wodurch allen neun Kameraden die Leistungsspange übergeben werden konnte.
In der Öffentlichkeitsarbeit traten die jungen Kameraden beim Rosenmontagsumzug, beim Osterfeuer, beim Schiebellfest sowie beim Straßenfest in der Hauptstraße in Erscheinung. Aber auch die Pflege des Gerätehauses in Raakow sowie die Winterfestmachung der Hydranten wurden mit viel Elan durchgeführt. Am 24. November 1994 trat ein Wechsel in der Wehrführung ein. Der Kamerad Wolf-Dieter Hannusch legte seine Funktion nieder, und als neuer Ortswehrführer wurde der Kamerad Olaf Ernst eingesetzt.
Seit dem 1. Januar 1995 wurde die Trägerschaft des Brandschutzes vom Amt Drebkau übernommen. Durch die Übernahme von 13 Kameraden aus der Jugendfeuerwehr in die aktive Abteilung stieg die Stärke der Wehr auf 43 Kameraden und sieben Kameradinnen an. In der Jugendfeuerwehr waren 14 Jungen und vier Mädchen tätig.
An Bränden hatte die Wehr im Jahre 1995 20 Wald- und Ödlandbrände, zwei Wohnungsbrände, vier Brände in Nebengebäuden sowie einen Müllcontainerbrand zu löschen. Weiterhin rückte die Wehr zu drei Fahrzeugbränden, 23 Verkehrsunfällen, acht technischen Hilfeleistungen sowie zu einer Tierrettung aus. Fünf Personen mußten mit dem Schneid- und Spreizgerät aus ihren Fahrzeugen befreit werden. Insgesamt wurden für diese Einsätze 736 Stunden aufgewendet. An Ausrüstung erhielt die Wehr neue DIN-gerechte Einsatzbekleidung. Des weiteren bekam sie eine elektrisch betriebene Schmutzwasserpumpe, wodurch sich der Verschleiß an den Feuerlöschpumpen erheblich verringerte.
In der Öffentlichkeit trat die Feuerwehr gemeinsam mit der Jugendfeuerwehr bei der Durchführung des Osterfeuers in Erscheinung. Weiterhin eröffnete sie gemeinsam mit der Freiwilligen Feuerwehr Kausche den festlichen Teil des Begrüßungsfestes für die neuen Kauscher Bürger.
Der gute Ausbildungsstand der Jugendfeuerwehr konnte auch bei den 1995 durchgeführten Wettbewerben bewiesen werden. So errangen die Mädchen bei der Kreismeisterschaft in Guben einen ersten Platz und die Jungen drei erste und mehrere vordere Plätze. Beim Kreisleistungsvergleich in Kunersdorf konnten die Mädchen wiederum einen ersten Platz und die Jungen mehrere vordere Plätze erzielen. Am 1. Oktober war die Drebkauer Jugendfeuerwehr der Ausrichter zur Abnahme der Leistungsspange. Deren teilnehmende Gruppe schnitt dabei als beste ab. Als Abschluß ihrer Jugendfeuerwehrzeit führten die der aktiven Abteilung beigetretenen Kameraden einen Segeltörn mit dem Segelschiff „Stella Maris" auf der Ostsee durch. Dabei konnten sie ihre feuerwehrtechnischen Kenntnisse in Kiel, in Rostock und Warnemünde erweitern.
Durch den extremen Kälteeinbruch im Februar und März 1996 kam es im Amtsbereich bei 38 Haushalten zum Ausfall der Trinkwasserversorgung. Zuerst allein durch das Drebkauer Fahrzeug, später mit Hilfe der Wehren aus Greifenhain, Leuthen und Schorbus konnten diese voll mit dem benötigten Trinkwasser versorgt werden. Zu diesem Zweck wurden von der Drebkauer Wehr in 224 Einsatzstunden 1725 km zurückgelegt. Zu Brandeinsätzen rückte die Wehr zu 25 Wald- und Ödlandbränden, zu einem Wohnungsbrand, zu drei Bränden in Nebengebäuden, zu drei Bränden in landwirtschaftlichen Objekten sowie zu zwei Bränden auf Mülldeponien aus. Vielfach waren diese Brände durch Fahrlässigkeit entstanden. Hier wirkte sich das Fehlen des vorbeugenden Brandschutzes aus, wo Kontrollen seit 1992 nicht mehr stattfanden. Zu weiteren Einsätzen mußte die Wehr in vier Fällen zur Menschenrettung, zu drei Ölspurbeseitigungen, zwei technischen Hilfeleistungen sowie zu 17 Verkehrsunfällen ausrücken, wobei drei Personen noch am Unfallort verstarben.
Bedingt durch die zunehmende Enge im Gerätehaus, die dortigen schlechten sanitären Bedingungen sowie die Neuansiedlung des Ortes Kausche in Drebkau, kam es im Frühjahr zum Baubeginn eines neuen Feuerwehrdepots in der Spremberger Straße.
Seit 1995 waren größere Reparaturen und Pflegearbeiten an den Fahrzeugen in Fachwerkstätten durchgeführt worden. Trotzdem blieben noch genügend kleinere Pflegearbeiten sowie Arbeiten im Gerätehaus, für die die Kameraden 258 Stunden aufwendeten. Bei einem Einbruch im Gerätehaus - dem ersten seit Bestehen der Wehr - wurden zwei Handsprechfunkgeräte gestohlen. Weiterhin mußten sechs verschlissene Handscheinwerfer ersetzt werden.
Die Jugendfeuerwehr führte wieder gemeinsam mit den älteren Kameraden das Osterfeuer durch. Bei Amtsausscheid errangen die Mädchen einen ersten und zwei zweite Plätze, die Jungen vier erste und mehrere vordere Plätze.
Beim 2. Kreisleistungsvergleich des Kreises Spree-Neiße in Casel konnten die Mädchen zwei 1. Plätze und die Jungen einen 1. Platz und mehrere vordere Plätze belegen. Damit qualifizierten sie sich für die Brandenburgischen Landesmeisterschaften in Groß Leuthen, wo die Mädchenmannschaft einen vierten Platz im Landesmaßstab erreichte.
Zum Jahreswechsel 1996/97 kam es zum Ausfall des TLF 16. Kurzfristig machten die Kauscher Kameraden ihr Tanklöschfahrzeug einsatzbereit und stellten es den Drebkauern zur Verfügung, so daß deren Einsatzbereitschaft wieder gewährleistet war. Am 31. Januar 1997 übergab das Amt Drebkau, in Anwesenheit zahlreicher Gäste, der Freiwilligen Feuerwehr das neue Gerätehaus. Dieses zweckmäßig ausgestattete Gebäude trug zu verbesserten Ausrückezeiten und besseren sozialen Bedingungen bei. Ermöglicht wird weiterhin eine optimale Ausbildung und Schulung für alle Feuerwehren des Amtes. Finanzielle Unterstützung von Betrieben und Gewerbetreibenden machten eine fast vollständige Einrichtung des Neubaues möglich. Aber auch die Kameraden führten für die Einrichtung, Fertigstellung und Reinigung zahlreiche Arbeitseinsätze durch, bei denen sie 1599 Stunden leisteten.
|