Freiwillige Feuerwehr Drebkau
 

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Historie
 

 


Historie der Feuerwehr Drebkau


 

Vom Beginn des Feuerlöschwesens in unserer Stadt

FF Drebkau 1898 bis1945


Bereits in früheren Zeiten beschäftigten Feuerlöschfragen die Menschen. Durch Feuerordnungen wurde versucht, den auftretenden Brandgefahren vorzubeugen. Die Entstehung und Ausbreitung von Bränden begünstigte in starkem Maße die in den vergangenen Jahrhunderten vorherrschende Holzbauweise und Weichdacheindeckung. So kamen 1698 in Drebkau auf drei Häuser mit Strohdach eines mit Ziegeldach. Nachlässige Behandlung der Feuerstätten und sorgloser Umgang mit dem Feuer überhaupt erhöhten die Gefahren. In den einzelnen Territorien wurden deshalb Feuerordnungen erlassen, die der Entstehung und Ausbreitung von Brän­den entgegenwirken sollten.


Für Sachsen, zu dem Drebkau bis 1815 gehörte, sind für das 18. Jahrhundert eine Reihe von Mandaten und Verordnungen zur Abwendung von Feuersbrünsten be­kannt. Jedoch begnügten sie sich im Allgemeinen damit, nur die feuergefährlichen Anlagen und Missstände anzuführen und auf deren Beseitigung zu drängen. So schrieb die für das Markgraftum Niederlausitz am 24. März 1781 erlassene Feuerord­nung vor, alle Feuerstätten ohne Ausnahme einmal monatlich von den Patrimonialgerichten visitieren zu lassen. Bei Ausbruch eines Brandes war jeder männliche Einwohner verpflichtet, sich an den Löscharbeiten zu beteiligen. Weiterhin mussten die auf den Grundstücken vorhandenen Wasserentnahmestellen (Brunnen, Pum­pen usw.) zur Löschwasserentnahme zur Verfügung gestellt werden. Die erste Feuerspritze für die Stadt wurde um 1790 durch Adam Burghard Christoph von Schiebe!! angeschafft, dem damaligen Besitzer der Herrschaft Drebkau. Sie fand ihren Platz zunächst in einem hinter der Schule liegenden Spritzenhaus. A. B. C. v. Schiebe!! führte auch eine neue Feuerordnung für die Stadt ein. Da die Lage des Spritzenhauses sehr ungünstig war, erlaubte der Nachfolger Schiebells v. Ahrenstorff 1799 die Unterbringung der Spritze in einem neben der Schule liegen­den Gebäude (etwa dort, wo sich heute der neue Schulteil befindet).


Trotz der damaligen vorbeugenden Maßnahmen ist unsere Stadt von größeren Brän­den nicht verschont geblieben. Besonders verheerend wirkten sich die Brände von 1696 und 1708 aus, die fast die ganze Stadt vernichteten, und wobei beim letzteren die gerade neu erbaute Kirche wiederum ein Opfer der Flammen wurde. 1809 brann­ten in der Hauptstraße vier Wohnhäuser einschließlich der Neben- und Hinterge­bäude ab. 1843 brach durch Brandstiftung eines 12-jährigen Schülers ein Großfeu­er aus, dem sechs mit Getreide gefüllte Scheunen zum Opfer fielen und acht weite­re beschädigt wurden.
Als Löschgeräte waren damals eine „Landspritze" und eine große „Schleuderspritze" vorhanden, zu deren Bedienung 40 männliche Bürger verpflichtet waren.


1843 beschloss der Magistrat die „Feuerpolizei- und Löschordnung für die Mediatstadt Drebkau", 1845 im Druck erschienen. Sie regelte die Fragen der Brandsicherheit, des Schornsteinfegens, der Verwahrung feuergefährlicher Gegenstände, Rauchver­bote, Tätigkeit des Nachtwächters, Feueralarmsignale, Löschgerätschaften, Lösch­wasser, Mitwirkung der Einwohner bei der Brandbekämpfung, Reihenfolge der Spritzenbespannung sowie Gehorsamspflicht. Als Beispiele sollen lediglich folgen­de Paragraphen zitiert werden:
§ 23: „Das Trocknen des Flachses darf nur vor den Thoren, das Reinmachen, Schwingen und Hecheln desselben zwar innerhalb der Stadt, aber bei 2 -10 Thalern Strafe niemals bei Lichte vorgenommen werden. Ebensowenig dürfen die Seiler bei Licht auf ihren Böden spinnen."...
§ 25: „Gewerbetreibende, welche in Feuer arbeiten, oder wie die Bäcker, Brauer, Branntweinbrenner, Seifensieder, Töpfer, etc. starke Feuerungen haben, müssen sich bei 2 - 10 Thalern Strafe rücksichtlich der Art und Weise und der Zeit Ihres Geschäftsbetriebes den Beschränkungen unterwerfen, welche zur Verhütung von Feuergefahr notwendig sind. . . Auch müssen in der Nähe desselben, besonders beim Darren immer Handspritzen oder mit Wasser gefüllte Gefäße und Schöpfkannen . . . in Bereitschaft gehalten werden. . . Hölzerne Horden zum Darren sind verboten, und wo sie sich befinden abzuschaffen."
Für den Fall eines Brandausbruches heißt es im § 56: „Von den Brauern, Brennern usw. wird erwartet, daß sie zur Zeit des Frostes das nötige warme Wasser zur Brand­stätte anfahren werden."


Nach einer 1847 von den damaligen preußischen Behörden erlassenen Feuerlösch­ordnung mussten in jedem bewohnten Haus an Löschgeräten ein Feuereimer, ein Feuerhaken von 12-16 Fuß ( = ca. 3,80 - 4,90 m ) Länge, eine Feuerleiter von angemessener Länge, ein Löschwisch und eine Laterne vorhanden sein. Die Voll­ständigkeit dieser Geräte wurde in gewissen Zeitabständen von der Ortspolizei über­prüft. Bei Nichtvorhandensein hatte der Hauseigentümer Strafe zu zahlen.
Trotz all dieser Vorsichtsmaßnahmen kam es immer wieder zu Bränden. 1851 brann­te die zum Schloßbezirk Drebkau gehörende Hugansmühle völlig ab. 1852 erhielt der Magistrat zwei Spritzenprämien für 1848 in Petershain erfolgtes Löschen von Brän­den. 1854 vernichtete ein Brand in der Vorstadt ( an der Einmündung der heutigen Gartenstraße) 19 Häuser, Ställe und Scheunen. 1858 brannten zwei am Marktplatz gelegene Häuser ab. In Golschow vernichtete ein Großbrand am 3. Osterfeiertag 1857 34 Gebäude. 1864 wurden die Drebkauer Spritzenmannschaften zur Brandbekämp­fung in Laubst eingesetzt. Von weiteren Bränden in der Stadt wird 1866 berichtet. Zu dieser Zeit waren an Löschgeräten in Drebkau zwei große Schlauchspritzen, eine Tragespritze, vier große Feuerleitern und drei Wasserwagen vorhanden.


Entnommen aus der Festschrift „100 Jahre Freiwillige Feuerwehr Drebkau 1898-1998“, erarbeitet durch Dr. Lotar Balke, Volkskundler und Initiator des Museums „Sorbische Webstube“ in Drebkau

 



Zur Entwicklung der Freiwilligen Feuerwehr

FF Drebkau 1945 bis1998

1897 beschieß der Magistrat, eine Freiwillige Feuerwehr zu gründen, da sich bei der bislang bestehenden Pflichtfeuerwehr größere Mängel gezeigt hatten. Weiterhin lag diese Gründung auch im Trend der damaligen Zeit, neue Vereine zu bilden. Um erst einmal eine finanzielle Grundlage zu schaffen, wurden freiwillige Spenden gesam­melt, die eine Summe von 1000 Mark erbrachten. Im Januar 1898 fanden sich dann 57 Kameraden zur Gründungsversammlung zusammen, die sich den offiziellen Na­men: „Freiwillige Feuerwehr Drebkau e.V." gaben. Das Gründungsprotokoll ist leider durch die Wirren des letzten Krieges verlorengegangen.
Aus den damaligen Satzungen der Feuerwehr lässt sich entnehmen, dass es deren Zweck ist, Gefahren abzuwehren, die dem Einzelnen oder der Allgemeinheit durch Schadensfeuer drohen. Die Mitglieder der Wehr sind zu schulen, damit sie im Brandfall oder bei Gefahren Menschenleben retten und schützen, Brände erfolgreich bekämp­fen und dabei Sachschäden nach Möglichkeit verhindern können.


Mitglieder können gesunde und kräftige Männer von gutem Ruf werden, die das 18. Lebensjahr vollendet haben. Jedes Mitglied hat einen vierteljährlichen Beitrag zu entrich­ten, dessen Höhe für aktive und passive Mitglieder unterschiedlich ist.
Ist ein Mitglied verhindert, bei einer Übung oder einem Brand zu erscheinen, so hat es sich zu entschuldigen. Bei unentschuldigtem Fehlen ist eine Strafgebühr von 50 Pfen­nigen und bei zu spätem Erscheinen von 25 Pfennigen zu zahlen.
Der Austritt aus der Feuerwehr kann jederzeit freiwillig erfolgen. Schädigung des An­sehens, unehrenhafte Handlungen, Trunkenheit im Dienst und dreimaliges nacheinander folgendes Fehlen bei Übungen und Bränden haben den Ausschluss zur Folge.
Der erste Wehrführer war der Besitzer der Schabbackmühle, Adolf Jänchen. Die Feuerwehr bestand zuerst aus einem Löschzug, der sich aus dem Steigerkorps, der Spritzenabteilung und der Wasserwagenabteilung zusammensetzte. Bald nach der Gründung wurde auch ein Tambourkorps ins Leben gerufen.
Eine erste größere Bewährungsprobe bestand die Freiwillige Feuerwehr am 30. Mai 1903, als sie bei der Zugentgleisung in der Nähe von Drebkau Hilfe leistete. Bereits 14 Tage zuvor löschte sie den Dachstuhlbrand in der Apotheke Knigge, dem auch das Obergeschoß zum Opfer fiel.
Eine Unterstützung von staatlicher oder städtischer Seite gab es damals kaum. Geräte, Ausrüstungen und Bekleidung mußten größtenteils durch eigene Mittel fi­nanziert werden.


Um 1910 waren folgende Lösch­geräte vorhanden:
1   große Handdruckspritze
1   Wassertonne aus Blech
1   Schlauchwagen
1   kleine Handdruckspritze
1   Wassertonne aus Holz
1   Schlauchwagen
1   Leiterwagen mit 6 Hakenleitern
Jede Handdruckspritze erforder­te zu ihrer Bedienung:
1   Spritzenführer
1   Spritzenmeister
2  Druckmannschaften mit je 8 Feuerwehrmännern.


Infolge des großen Kraftaufwan­des bei der Bedienung mussten sich die Druckmannschaften alle 10 bis 15 Minuten ablösen. Die Bespannung für die Spritzen hat­ten die Landwirte mit Pferdebesitz zu stellen.
Da das Spritzenhaus neben der Schule zu klein geworden war, wurde der Bau eines neuen beschlossen. Doch zu­vor mussten erst einmal die Mittel dafür beschafft werden. Zu diesem Zweck veran­staltete die Wehr einige Jahre hindurch Theaterabende, deren Erlöse schließlich dem Bau zugute kamen. Da das Geld aber nicht allzu reichlich war, wurde es in Fachwerk errichtet und mit einem zweigeschossigen hölzernen Steigerturm versehen. Die Ein­weihung erfolgte im Jahre 1910.
Bald darauf wurde die Leitung der Freiwilligen Feuerwehr durch den Schuhmacher­meister Karl Dubrau übernommen, der sich sehr tatkräftig für die Wehr einsetzte und ihr auch bis in die zwanziger Jahre vorstand.
Viele Brände innerhalb der Stadt und in den umliegenden Ortschaften konnten durch die Drebkauer Feuerwehr damals erfolgreich bekämpft werden, die sich allerdings nicht mehr einzeln belegen lassen. Sogar beim Großbrand des Hotels Gabriel in Altdöbern war sie mit eingesetzt. Im Übungsdienst wurde dem Exerzieren an der Handdruckspritze, den Leitern und dem Hakenleitersteigen am Steigerturm große Bedeutung beigemessen. Vor dem Bau des Feuerwehrdepots übte man das Haken­leitersteigen in der Dampfmühle Meise.


Infolge des Fehlens von Unterlagen lässt sich ein vollständiges Bild der Entwicklung der Wehr leider nicht mehr nachzeichnen. Eine Verbesserung in der Brandbekämp­fung brachte die Anschaffung der ersten Motorspritze vom Typ Flader im Jahre 1923 mit sich. 1927 verkaufte die Wehr die kleine Handdruckspritze an die Gemeinde Altenau bei Calau.
Laut einer damaligen Brandstatistik rückte die Drebkauer Wehr vom Juni 1928 bis März 1931 zu 15 Brandeinsätzen aus, davon neun in Drebkau, drei in Steinitz, einen in Golschow, einen in Radensdorf und einen in Laubst. Bekämpft wurden dabei sechs Wald- und Ödlandbrände, vier Scheunenbrände, zwei Kellerbrände, ein Wohnhaus­brand, ein Autobrand und ein Brand in der Schneidemühle Patzelt. Nach 1933 änderte sich einiges in der Freiwilligen Feuerwehr. Die Löschgerät­schaften, die bis dahin Eigentum der Wehr waren, gingen laut Gesetz in das Ei­gentum der Stadt über. Die Wehr selbst wurde Organ der Feuerlöschpolizei und verlor somit ihren vereinsmäßigen Charakter. Eine Gleichschaltung mit national­sozialistischen Organisationen gelang allerdings durch den Widerstand vieler Wehr­mitglieder nicht.
Das alte Spritzenhaus neben der Turnhalle hatte sich wiederum als nicht mehr aus­reichend erwiesen, und so wurde 1936 ein neues Feuerwehrgerätehaus im ehema­ligen Sägewerk Pazelt, das die Stadt für kommunale Zwecke erworben hatte, aus­gebaut. Auch hierzu wurde eine Spendensammlung durchgeführt, die von öffentli­chen und privaten Körperschaften sowie von Privatpersonen ca. 2000,- Mark er­brachte. Es enthielt im Erdgeschoß einen größeren Garagenraum, im Obergeschoß einen Versammlungsraum und einen 13 m hohen Steigerturm. Das alte Spritzen­haus wurde für 350,- Mark an den Turnverein verkauft, der den Steigerturm an die Gemeinde Dahlitz weiterverkaufte.

An Geräten standen der Feuerwehr:
1   Löschfahrzeug Lkw „Mercedes" mit kompl. Ausrüstung
1   Pkw „Elite Diamant"
1   Motorspritze „Koebe"
1   mechanische Leiter, 12m Länge
1   Leitergerätewagen
2  Schlauchwagen mit ca. 200 m B- und C-Schläuchen und
1   fahrbare Wassertonne zur Verfügung.


Die Wehr war in zwei Löschzüge aufgeteilt, deren Stärke 49 Kameraden betrug. Als Wehrführer fungierte der Apotheker Rudolf Opitz. Die Alarmierung zu Brandeinsätzen und zu Übungen erfolgte bis zum Jahre 1940 durch Hornsignal. Alle älteren Einwoh­ner werden sich noch an den Kameraden Otto Dubrau erinnern können, der mit seinem Fahrrad durch die Straßen fuhr und die entsprechenden Signale blies. Im Jahre 1940 wurde die Luftschutzsirene auf dem Rathaus montiert, durch die nun auch die Alarmierung zu Brandeinsätzen erfolgte.
Bis zum Ausbruch des Krieges wurden von der Wehr viele größere und kleinere Brände gelöscht. So war sie eingesetzt beim Kirchturmbrand in Neu-Petershain-Nord, beim Großbrand der Gastwirtschaft in Greifenhain, beim Großbrand der Tisch­lerei Schulisch, bei oftmaligen Bränden in den Glaswerken und bei Waldbränden. Nach der Zerschlagung des faschistischen Regimes lag zunächst auch das Feuer­löschwesen völlig danieder. Von den Fahrzeugen, Geräten und dem Schlauchmaterial war außer der stark beschädigten mechanischen Leiter und der defekten Motor­spritze „Koebe" kaum noch etwas vorhanden. Aber wie überall faßten auch hier einige Kameraden den Mut zu einem Neubeginn.


Entnommen aus der Festschrift „100 Jahre Freiwillige Feuerwehr Drebkau 1898-1998“, erarbeitet durch Dr. Lotar Balke, Volkskundler und Initiator des Museums „Sorbische Webstube“ in Drebkau

 


 

Entwicklung nach dem Krieg

 


Bereits im Juni 1945 trafen sich in der Gaststätte „Zum goldenen Löwen" die Kame­raden Otto Dubrau, Richard Grosche, Willi Klausch, Kurt Quegwer, Emil Putzen und Fritz Schultze, um die Freiwillige Feuerwehr wieder aufzubauen. Die Leitung übernahm zunächst der Kamerad Richard Grosche, den ab März 1946 der Kamerad Fritz Schultze ablöste.
Als erste Maßnahme wurde beschlossen, das Gerätehaus wieder seiner ursprüng­lichen Nutzung zuzuführen und die daran entstandenen Kriegsschäden zu beseiti­gen. Zu Fuß und per Fahrrad durchstreiften die Kameraden mit mehr oder minder großem Erfolg die umliegenden Wälder nach dort verstreut umher liegenden Feuerwehrgeräten. Einige Schläuche, die sich Privatpersonen angeeignet hatten, konnten sichergestellt werden.


Durch eine von der Freiwilligen Feuerwehr Golschow ausgeliehene TS-8 wurde dann erst einmal die Einsatzbereitschaft hergestellt. Diese musste bei folgenden im Jahre 1946 aufgetretenen Bränden unter Beweis gestellt werden: Brand der ehem. Be­rufsschule (als Kindergarten genutzt) in der Spremberger Straße, Brand der Misch­kammer und Hafenstube in der Glashütte Greiner, Torf- und Waldbrand am Radensdorfer Fließ, Fahrzeugbrand eines Generator-Fahrzeugs am Laubster Berg sowie Straßenberäumung von durch sowjetische Panzer umgefahrenen Bäumen auf der Chaussee nach Domsdorf.
Ein Kamerad trieb schließlich einen gebrauchten VW-Motor auf, den man zur Firma Koebe nach Luckenwalde brachte, um eine Tragkraftspritze aufbauen zu lassen. Als diese nach längerer Zeit ausgeliefert wurde, war man sehr stolz auf dieses Ge­rät, für das inzwischen ein bereits ausgedienter Hänger mit viel Fleiß und Mühe repariert und wieder aufgebaut worden war. Als Zugfahrzeug diente ein Steyr-Lkw des Fuhrunternehmens Thiem und Bartusch. Da diese Lösung aber auf die Dauer nicht befriedigte, wurde von den Kameraden der Wehr in den Jahren 1948/49 ein Lkw Horch aufgebaut, der dann auch zufriedenstellend seinen Dienst versah. Durch gute Arbeit des Wehrleiters und zielstrebige Werbetätigkeit war die Mitgliederzahl bis zum Jahre 1948 auf 34 Kameraden angestiegen.
Am 1. August 1948 feierte die Freiwillige Feuerwehr Drebkau ihr 50-jähriges Beste­hen. Mit diesem Jubiläum machte sie zum ersten Mal nach dem Krieg verstärkt auf sich aufmerksam. Zur Verpflegung der eingeladenen 24 auswärtigen Wehren gab es eine Sonderzuteilung von Pferdefleisch.

Nach der Gründung der Deutschen Demokratischen Republik schenkten die staatli­chen Organe den Feuerwehren große Beachtung, da sie einen wichtigen Faktor zum Schütze des demokratischen Neuaufbaus darstellten. Durch eine systemati­sche Ausbildung verbesserte sich die Einsatzbereitschaft, was in vielen Einsätzen, vor allem bei Bränden in den Glaswerken und bei den damals sehr häufig aufgetre­tenen Waldbränden bewiesen wurde.
Als der Kamerad Fritz Schultze 1951 aus der Wehr austrat, wurde die Leitung dem Kameraden Kurt Quegwer übertragen, der diese Funktion bis Mitte des Jahres 1956 ausübte.


Aber nicht nur im Brandschutz leistete die Freiwillige Feuerwehr eine gute Arbeit, sondern auch auf dem Gebiet der Kulturarbeit. So war sie es, die in den Nachkriegsjahren im Winter Kostümfeste und Maskenbälle und im Herbst Werbe- und Theaterabende veranstaltete. Diese waren nicht nur ein Anziehungspunkt für die Einwohner unserer Stadt sondern auch für die gesamte Umgebung. Der Erlös wur­de zur Ergänzung der Ausrüstung aber auch für die jährlich durchgeführten Kame­radschaftsabende verwendet, die das Zusammengehörigkeitsgefühl stärkten. 1954 führte die Freiwillige Feuerwehr den ersten Karneval in Drebkau durch, der 1955 gemeinsam mit der damals relativ starken Ortsgruppe des DRK eine Wiederholung fand.
Der schwärzeste Tag für die Freiwillige Feuerwehr Drebkau war der 15. Dezember 1952. Das Gerätehaus brannte mit sämtlichen Geräten aus ungeklärten Gründen bis auf die Umfassungsmauern nieder. Da das Feuer gegen 2 Uhr nachts ausbrach, wurde es erst sehr spät bemerkt, wodurch eine Rettung der Gerätschaften nicht mehr möglich war. Die zur Hilfe alarmierten Nachbarwehren konnten nur ein über­greifen des Feuers auf die angrenzenden Wohngebäude verhindern. Der Gesamt­schaden betrug etwa 70 000 Mark.
Unmittelbar nach dem Brande bekam die Wehr einen Tragkraftspritzenanhänger mit Bestückung, für dessen Unterbringung der Kamerad Günter Hannusch seine Gara­ge zur Verfügung stellte, bis als Zwischenlösung der Feuerwehr zur Aufbewahrung für ihre Geräte ein Raum im Gebäude des Rathauses angewiesen wurde. Obwohl die Wehrleitung große Anstrengungen unternahm, wieder zu einem Depot zu kommen, gelang das vorläufig nicht. 1954 erfolgte die Genehmigung eines Neu­baus in der der damaligen Einwohnerzahl der Stadt Drebkau entsprechenden Standardgröße. Im Jahre 1955 wurde mit dem Bau begonnen, und zum 7. Oktober 1956 konnte die Wehr in das neue Depot einziehen.


Da trotz vieler Anträge ein Schlauchtrockenturm nicht gebaut worden war, ergaben sich nach den jeweiligen Einsätzen stets Schwierigkeiten beim Trocknen der Schläu­che. Die Kameraden schafften sich insofern ein Provisorium, dass die Schläuche im Sommer am Schornstein der ehemaligen Brennerei aufgehängt, im Winter aber auf den Trockenturm nach Raakow gebracht wurden. Trotz all dieser Schwierigkeiten war stets die Einsatzbereitschaft gewährleistet.
Da die Verpflichtung der einzelnen Fuhrunternehmer bzw. der Kircherbrauerei zur Fahrzeuggestellung auf die Dauer keine befriedigende Lösung darstellte, versuchte die Wehr mit großer Initiative wieder zu einem Fahrzeug zu kommen. Ihr wurde 1956 schließ­lich auch das Chassis mit Motor eines Lkw vom Typ Badford zur Verfügung gestellt und für den Aufbau 2000 Mark bewilligt. Dieser wurde unter Regie der Firma Buchholz von den Kameraden durchgeführt, wobei eine Vielzahl freiwilliger Aufbaustunden geleistet wurde. Im April 1958 nahm man dieses Fahrzeug dann für die Feuerwehr in Betrieb. Am 1. April 1958 wurde in Drebkau ein Katastrophenlöschzug mit einer Löschgruppe und einer Spezialgruppe der Freiwilligen Feuerwehr Drebkau und einer Löschgruppe der Freiwilligen Feuerwehr Laubst aufgestellt. Bereits im Juli des gleichen Jahres hatte er seine erste Bewährungsprobe beim Hochwasserkatastropheneinsatz in Briesnigk an der Neiße zu bestehen. Für die dabei gezeigten Leistungen wurde die Drebkauer Wehr mit einer Ehrenurkunde und einer größeren Geldprämie geehrt.


Am 31. August 1958 feierte die Freiwillige Feuerwehr Drebkau ihr 60-jähriges Be­stehen. Es fand unter reger Anteilnahme der Bevölkerung statt. Als Ehrengast war neben Vertretern des Staatsapparates der nach Forst verzogene langjährige Wehr­leiter Karl Dubrau anwesend.
Zu weiteren Einsätzen außerhalb des Kreises rückte die Wehr mehrmals im Jahre 1959 aus, so zur Bekämpfung größerer Waldbrände am 5.5.1959 in Bärwalde, am 18.6.1959 bei Weißwasser, am 26.6.1959 bei Neupetershain sowie eines Waggon­brandes am 10.7.1959 in Altdöbern. Bei den Waldbränden lautete größtenteils die Aufgabe: Wasserförderung über lange Wegestrecken.
Um die Alarmierung der Wehr zu verbessern, erarbeiteten sich die Kameraden die Mittel für eine zweite Sirene im Nationalen Aufbauwerk. Diese montierten sie im Mai 1960 auf dem Gebäude des VEB Dampfmühle.
Am 1. Mai 1961 erhielt die Freiwillige Feuerwehr Drebkau als modernes Löschfahr­zeug einen Lkw-TS 8 mit STA. Dadurch war wiederum eine bessere Einsatzbereit­schaft gewährleistet, die bei der Erdgaseruption bei Guben im Oktober 1962 unter Beweis gestellt wurde. Auf die Wehr wirkte das neue Fahrzeug als weiterer Ansporn in der Arbeit, so dass sie für das Jahr 1962 als beste Freiwillige Feuerwehr des Kreises Cottbus-Land ausgezeichnet wurde. Für gute Arbeit erhielt sie auch 1963 vom Rat der Stadt eine Auszeichnung.


Da die Arbeit mit neuer moderner Technik stets höhere Anforderungen mit sich bringt, legte man staatsseitig sehr viel Wert auf die Verbesserung der Ausbildung. Junge Kader besuchten die zu diesem Zweck ins Leben gerufenen Feuerwehrschulen in Neudeck (Kreis Herzberg), Heyrothsberge bei Magdeburg und später das Ausbildungskommando Kamenz. Diese schulischen Ausbildungen brachten für die Wehr stets einen Gewinn.
Außer zu Löscharbeiten bei 19 kleineren Bränden im örtlichen Bereich wurde die Wehr in den Jahren 1963/64 am 3. und 4. August 1963 zur Bekämpfung des großen Waldbrandes an der F 97 bei Bräsinchen und im August 1964 bei der Waldbrand­katastrophe bei Weißwasser eingesetzt.
Die Löschwasserversorgung, die durch ein Netz von Flachspiegelbrunnen im Stadt­gebiet gewährleistet war, erfuhr 1964 durch den Anschluss der Stadt an die Fern­wasserleitung eine weitere Verbesserung.
Der Rat des Kreises Cottbus-Land zeichnete das Fahrerkollektiv der Wehr zum 7. Oktober 1964 für seine vorbildliche Einsatzbereitschaft und vorbildliche Fahrzeug­pflege aus. Weiterhin belegte die Wehr in den Jahren 1964/65 beim „Wettbewerb der guten Taten" im Wirkungsbereich stets vordere Plätze.
Am 9.8.1965 wurde nach längerer Vorbereitungszeit in Drebkau eine Frauenlöschgruppe gegründet. Es waren zum größten Teil Ehefrauen von Kameraden, die sich zur Mitarbeit bereit erklärten. Ihr Aufgabengebiet lag vornehmlich im vorbeugenden Brandschutz. Jedoch wurde die praktische Ausbildung nicht vernachlässigt, was unsere Frauen bei den Wirkungsbereichs- und Kreisausscheiden unter Beweis stell­ten, bei denen sie stets ihren „Mann" standen.


Da für die Anforderungen, die man an die Wehr stellte, das bestehende Gerätehaus zu klein geworden war, genehmigten die staatlichen Stellen den Bau eines neuen. Am 12.8.1965 erfolgte der erste Spatenstich für die Schachtarbeiten. Im Bauverlauf leisteten die Kameraden sehr viele Aufbaustunden, so dass sie als Miterbauer des Gerätehauses gelten können. Als am 26.9.1966 die Übergabe an die Freiwillige Feuerwehr erfolgte, konnten die Kameraden Eberhard Ruhe, Heinz Zunder, Dieter Kaiser, Heinz Dartsch und Felix Heinze mit der Aufbaunadel in Gold und die Kame­raden Horst Ortlieb und Eberhard Schneider mit der Aufbaunadel in Silber ausge­zeichnet werden. Weitere zehn Kameraden erhielten die Aufbaunadel in Bronze. Dass neben den Arbeiten am Gerätehaus die Aufgaben im Brandschutz nicht ver­nachlässigt wurden, beweist die Tatsache, daß die Wehr 1965 zweimal eine Prämie für gute Arbeit im vorbeugenden und tätigen Brandschutz erhielt.
In der Leitung der Wehr vollzog sich 1967 ein Wechsel. Der Kamerad Horst Buch­holz, der seit 1956 als Wehrleiter fungierte und in den Jahren 1965 vom Kameraden Heinz Zunder und 1966 vom Kameraden Dieter Kaiser kommissarisch vertreten worden war, legte sein Amt nieder. Ab 1.1.1968 übernahm der Kamerad Heimfried Kemnitz die Leitung der Wehr.


Neben den Arbeiten im NAW, die beim Bau des Gerätehauses geleistet wurden, beteiligten sich die Kameraden der Wehr auch an anderen Objekten. Einige davon sind das Räumen von Gräben, die Instandhaltung der Straßenbeleuchtung, das Ver­legen der Wasserleitung, das Pflastern von Bürgersteigen und die Beteiligung beim Bau einer Abwasserleitung unter der Bahnbrücke.
Um endlich auch die Schlauchtrocknung besser durchführen zu können, stellten die Kameraden dafür 1968 einen Mast mit Aufzugsanlage auf. Im gleichen Jahr wurde auch die zum Gerätehaus gehörende Wohnung übergeben und durch einen Kame­raden bezogen. Da das neue Gerätehaus unmittelbar neben dem alten steht, ist letzteres als Sozialgebäude und Kulturraum umgebaut und entsprechend eingerich­tet worden. Auch hier waren es wieder die Kameraden, die den größten Teil der Arbeiten im NAW leisteten.
Im Jahre 1968 machten sich wiederum größere außerörtliche Einsätze notwendig. Im August 1968 wurde die Wehr bei einem Flözbrand im Tagebau Spreetal eingesetzt, bei dem die Brandbekämpfung unter schwierigen Bedingungen erfolgte. Am 19.12.1968 kam es zu einem Einsatz im RAW Cottbus, in dessen Anschluß unsere Wehr für die dabei gezeigte vorbildliche Einsatzbereitschaft von der BDVP eine Prämie erhielt. Nach einigen sporadischen Ansätzen in den Jahren 1959 und 1963 kam es am 11.11.1968 erneut zur Bildung einer Arbeitsgemeinschaft „Junger Brandschutzhelfer", deren Anleitung der Kamerad Dieter Kaiser übernommen hatte. Die Ergebnisse der Arbeit zeigten sich bei den Wirkungsbereichsausscheiden, bei denen sie 1969 den 1. Platz und 1970 den 3. Platz belegen konnten.


Das gestiegene Bewusstsein der Kameraden kam auch darin zum Ausdruck, daß sich die Wehr 1968 entschloß, den Wettbewerb um die Ablegung der Leistungsstufe III aufzunehmen. Die Bedingungen dafür konnten im Juli 1969 erfüllt werden. Ange­spornt durch diesen Erfolg beschieß man, um den Erwerb der nächst höheren Lei­stungsstufe zu kämpfen. Am 14. Dezember 1970 legte die Wehr als erste Wehr des Wirkungsbereichs Drebkau die Leistungsstufe II ab, was als echter Erfolg in der Arbeit zu werten war.
Auch auf dem Gebiet des Feuerwehrkampfsportes kann die Wehr auf gute Erfolge zurückblicken. Reichte es bei der ersten Beteiligung am Schnelligkeitswettbewerb im Jahre 1967 nur für einen 7. Platz, so belegte sie im Jahre 1968 schon den 1. Platz im Wirkungsbereich. Beim Kreisausscheid des gleichen Jahres konnte unsere Wehr den 1. und 2. Sieger im Dreikampf stellen. Den 1. Platz beim Schnelligkeits­wettbewerb verteidigte die Wehr auch in den Jahren 1969, 1970, 1971 und 1972. Dazu kamen 1971 ein 2. Platz und 1972 ein 1. Platz im Gruppenwettkampf. Beim Kreisausscheid 1972 wurde beim Schnelligkeitswettbewerb ein 2. Platz erkämpft und beim Bezirksausscheid ein 3. Platz in der gleichen Disziplin. Alle diese Erfolge sind Früchte einer kontinuierlichen Ausbildungsarbeit.
Aber nicht nur die Brandbekämpfung und die Ausbildung waren Schwerpunkte der Arbeit. Ein großes Augenmerk richtete die Feuerwehr auf den vorbeugenden Brand­schutz, dessen Leitung der Kamerad Eberhard Ruhe übernommen hatte. Wurden 1960 bei 98 Kontrollen 245 Mängel und 1961 bei 142 Kontrollen 200 Män­gel festgestellt, so waren es 1971 bei 83 Kontrollen nur noch 29 Mängel und 1972 bei 89 Kontrollen 33 Mängel, wobei zu bemerken ist, daß durch die Schulung der Brandschutzgruppen die Qualität der Kontrollen eine weit höhere geworden war. Die Tätigkeit im vorbeugenden Brandschutz hatte zur Folge, daß die Zahl der Wohnungsbrände seit 1969 ständig abnahm.


Alle diese Ergebnisse zusammengenommen führten dazu, daß unsere Wehr zum 22. Jahrestag der DDR als „Beste Wehr im sozialistischen Wettbewerb" ausge­zeichnet wurde und eine Geldprämie erhielt.
Um eine bessere Einsatzbereitschaft zu gewährleisten, erhielt die Freiwillige Feuer­wehr Drebkau am 12.2.1971 ein neues Löschgruppenfahrzeug LF 8-TS mit STA. Dieses Fahrzeug war mit einer Vorbaupumpe versehen und konnte durch Verände­rung des Aufbaus für verschiedene Einsatzvarianten umgerüstet werden, so z. B. als Tanklöschfahrzeug, bei dem die Ausrüstung mit einem flexiblen Behälter von 900 l Fassungsvermögen beste Voraussetzungen für die Bekämpfung von
Entstehungs- und Waldbränden bot. Durch die verschiedenen Einsatzmöglichkei­ten war dieses Fahrzeug besonders für die örtlichen Brandschutzorgane geeignet, wodurch die Stationierung mehrerer, den verschiedenen Einsatzbedingungen ent­sprechender Spezialfahrzeuge entfallen konnte.
Bei der Fahrzeugbetreuung hatte sich bereits zuvor ein turnusmäßiger Fahrerein­satz sehr günstig ausgewirkt. Bei den alljährlichen Fahrzeugappellen erhielten un­sere Fahrzeuge seit 1969 ständig die Note „1".


Der Freiwilligen Feuerwehr gehörten 1973 8 Kameradinnen und 32 Kameraden an. Sie verfügte über folgende Ausrüstungsgegenstände:
1   Löschgruppenfahrzeug LF 8-TS mit STA
1   TSA8
1   Gleichstrom-Generator 0,63 kW
4    Druckluftatmer
43   B-Druckschläuche
28   C-Druckschläuche.


Vom 1. - 3. Juni 1973 beging die Freiwillige Feuerwehr Drebkau ihr 75-jähriges Be­stehen. Mit den Feierlichkeiten und brandschutztechnischen Vorführungen war auch der Wirkungsbereichsausscheid verbunden, bei dem die Drebkauer Wehr die er­sten Plätze in den ausgeschriebenen Disziplinen erringen konnte. Gute Plätze er­rang sie ebenfalls beim Kreisausscheid. Brände mußten 1973 beim VEB Getreide­wirtschaft und im VEB Behälterglaswerk gelöscht werden.
Erste Plätze erzielten die Männer- sowie die Frauenmannschaft beim Wirkungs­bereichsausscheid 1974. Beim Kreisausscheid errangen die Frauen bei der Gruppenstaffette ebenfalls den 1. Platz, und auch beim Bezirksausscheid konnten sie einen 3. Platz erzielen. Dafür wurden sie vom Rat der Stadt mit einer größeren Prämie ausgezeichnet.
Der Verbesserung der Einsatzbereitschaft dienten die Ausrüstung des Löschfahr­zeugs mit einem Funkgerät sowie die Einführung des Fahrer-Diensthabenden-Systems. Im NAW übernahm die Feuerwehr, wie schon in zuvor liegenden Jahren den Abriß von inzwischen baufällig gewordenen Häusern. An Bränden waren neben ei­nigen Waldbränden lediglich ein Kohlewaggonbrand im VEB Behälterglaswerk und ein Schwellenbrand auf dem Bahnhof zu löschen.
Als Ende 1974 der Kamerad Heimfried Kemnitz seine Funktion niederlegte, über­nahm ab 1. Januar 1975 der Kamerad Lotar Balke die Leitung der Freiwilligen Feu­erwehr Drebkau.
Um eine bessere Ausbildung zu gewährleisten, richtete sich die Wehr auf einem ehemaligen Stück Brachland in der Felix-Meyer-Straße eine Ausbildungs- und Wettkampfstätte her, wofür viele Stunden im NAW geleistet wurden.
Zum Wirkungsbereichsausscheid 1975 bestand sie ihre Bewährungsprobe, wobei die Frauenmannschaft jeweils den 1. Platz beim Löschangriff und bei der Gruppenstaffette belegte und die Männer ebenfalls den 1. Platz in diesen Diszipli­nen und auch auf der Hindernisbahn. Beim Kreisausscheid errangen die Drebkauer Frauen sowie die Männer jeweils den 1. Platz in der Gruppenstaffette und die Män­ner dazu den 3. Platz auf der Hindernisbahn.


Viel Wert wurde weiterhin dem vorbeugenden Brandschutz gewidmet. Die beste­henden Kontrollgruppen spezialisierten sich und vor allem in Wohnstätten führten die Kameraden, unterstützt durch Bürger aus Betrieben und Organisationen, Massen­kontrollen durch. Bemüht war man, die dabei festgestellten Mängel möglichst sofort oder umgehend abzustellen.
Im Dezember 1975 gelang es der Wehr, die Leistungsstufe l abzulegen, was als Erfolg für die geleistete Arbeit zu werten ist. Dafür wurde sie vom Rat der Stadt mit einer Prämie ausgezeichnet. An Technik erhielt die Wehr 1975 ein Motorrad TS 250. 1976 beantragte die Wehrleitung den Anbau eines Versammlungsraumes mit Sanitär­trakt an das Gerätehaus. Trotz jahrelangen Bemühens um die Realisierung kam dieser aber nicht zur Ausführung.
Bedingt durch den guten Ausbildungsstand konnten auch in den nächsten Jahren beachtliche Erfolge bei den Wirkungsbereichsausscheiden erzielt werden, so 1977 drei 1. Plätze und 1978 vier 1. Plätze. Ebenfalls errangen die Männer beim Kreis­ausscheid 1977 jeweils den 1. Platz beim Löschangriff und bei der Gruppenstaffette. Durch gute Arbeit im vorbeugenden Brandschutz waren 1976 und 1977 keine Brand­einsätze zu verzeichnen. Zielstrebige Werbung führte dazu, daß der Mitgliederstand der Wehr Ende 1977 auf 38 Kameraden und 11 Kameradinnen angestiegen war. Somit waren die Vorraussetzungen dafür gegeben, Ende 1977 die Leistungsstufe l mit Erfolg zu verteidigen.
Vom 8. bis 10. September 1978 feierte die Freiwillige Feuerwehr Drebkau ihr 80-jähriges Jubiläum, das einen kulturellen Höhepunkt im Leben der Stadt darstellte. Besonderen Anklang fand dabei die tschechische Blaskapelle aus Rumburk. Obwohl ein Teil der Pokalwettkämpfe wegen anhaltenden Regens auf Anfang Oktober verschoben werden mußte, konnte dabei die Drebkauer Wehr die Pokale für einen 1. Platz, zwei 2. sowie zwei 3. Plätze erringen.


Im vorbeugenden Brandschutz wurden 1978 292 Kontrollen und 35 Nachkontrollen durchgeführt. Dazu kamen 170 Kontrollen in Wohnstätten während der Woche der Winterbereitschaft. Trotzdem rückte die Feuerwehr zu sieben Brandeinsätzen aus, so nach 13 Jahren wieder zu einem Wohnungsbrand, zu Waldbränden bei Rehnsdorf und Neuendorf, zum Bahndammbrand bei Laubst, zu einem größeren Brand im Glas­werk, zum Getreidefeldbrand bei Casel und zum Viehstallbrand bei der LPG in Rehnsdorf. Bei einem 18-ständigen Katastropheneinsatz im Stadtgebiet im August wurden Straßen von niedergebrochenen Bäumen beräumt, Abflüsse freigelegt und Keller ausgepumpt.
Die Technik fand durch die Übergabe eines Schaumlöschanhängers sowie eines TLF 16 eine beachtliche Erweiterung. Doch war das TLF 16 bereits einige Jahre im Einsatz und mit vielen Mängeln behaftet. Trotz Reparaturen in Werkstätten und sei­tens der Kameraden kam es öfters zu Störungen, die erst durch eine Generalreparatur 1984 in Berlin behoben wurden.
Die Anleitung der „Jungen Brandschutzhelfer", die seit einigen Jahren vom Kamera­den Gerhard Pietsch durchgeführt wurde, übernahm 1978 die Kameradin Edith Zegenhagen. Öffentlich traten sie wieder beim 80-jährigen Jubiläum in Erscheinung. 1979 erfolgte die endgültige Umbildung der Freiwilligen Feuerwehren in Golschow und Raakow, die bisher noch ziemlich selbständig gearbeitet hatten, zu Kommando­stellen und deren Einbeziehung in das Diensthabendensystem der Feuerwehr Drebkau. Doch gab es durch die räumliche Entfernung hierbei aber ständig Schwierigkeiten.
Auch im Jahr 1979 mußte die Wehr zu acht Brandeinsätzen - davon sechs Wald­bränden - und einem Katastropheneinsatz im VEB Glaswerk ausrücken. Neben die­sen Einsätzen wendeten die Kameraden viele Stunden für die Pflege der Fahrzeuge und die Instandhaltung des Gerätehauses auf, was bei Kontrollen stets gewürdigt und oft mit Prämien bedacht wurde.
Neben der Arbeit vergaß man aber auch die Geselligkeit nicht. So fanden fast all­jährlich Kameradschaftsabende statt, von denen der im April 1979 besonders er­wähnenswert ist, da sich dabei erstmalig die Kameraden der Drebkauer Wehr und der beiden Kommandostellen auch in geselliger Runde vereinten.


Als ab 1. Juli 1979 der Kamerad Lotar Balke, durch berufliche Qualifizierung be­dingt, seine Funktion niederlegte, wurde der Kamerad Wolfgang Wiangke zunächst kommissarisch und ab 1. Juni 1980 zum Wehrleiter berufen.
Bereits 1978 war es der Wehrleitung gelungen, ein altes Feuerwehrfahrzeug Merce­des, Baujahr 1928, zu erwerben, welches wieder in einen fahrbereiten Zustand ge­bracht werden sollte. Dazu leisteten befähigte Kameraden eine Unzahl an Aufbau­stunden. Den ersten Auftritt hatte dieses Veteranenfahrzeug zur 700-Jahr-Feier der Stadt Drebkau, wo die Feuerwehr die Entwicklung des Feuerlöschwesens darstellte.
Auch 1980 mußte die Wehr zu neun Brandeinsätzen ausrücken. Im vorbeugenden Brand­schutz wurden 273 Kontrollen in Wohnstätten und 54 Kontrollen in Betrieben, Verkaufs­stellen und Einrichtungen durchgeführt, wozu noch 140 kontrollierte Wohnungseinheiten in der Woche der Winterbereitschaft und des Brandschutzes hinzukamen.
Für ihre bislang erbrachten Leistungen wurde die Freiwillige Feuerwehr Drebkau 1980 mit der „Verdienstmedaille im Brandschutz" ausgezeichnet. Schon am 1. Januar 1981 mußte die Wehr nach Greifenhain ausrücken, wo durch Feuerwerkskörper eine Scheune und Stallungen in Brand geraten waren. Weitere 12 Brände waren in diesem Jahr zu löschen, von denen sechs Bahndammbrände den Schwerpunkt bildeten. Bei Brandschutzkontrollen wurden durch die Brandschutz­gruppen und bei Massenkontrollen 1007 Wohnstätten im Stadtgebiet kontrolliert. Beim Wirkungsbereichsausscheid erreichte die Frauenmannschaft in der Gruppen-stafette und beim Löschangriff jeweils den 1. Platz. Bedingt durch die Erfüllung weiterer Kontrollelemente errang die Freiwillige Feuerwehr Drebkau im Dezember 1981 den Titel „Vorbildliche Freiwillige Feuerwehr".


Eine größere Anzahl an Brandeinsätzen hatten die Wehr in den folgenden Jahren zu bewältigen. 1982 waren es insgesamt 21, davon acht Bahndammbrände, ein Brand in der Kinderkrippe, ein Pkw-Brand, ein Wannendurchbruch im Glaswerk so­wie zehn Waldbrände, davon ein größerer in Knappenrode. Ebenfalls waren 1983 viele Waldbrände mit insgesamt 410 Einsatzstunden zu verzeichnen. 1984 bekämpfte die Wehr sechs Brände - drei Waldbrände, einen Scheunenbrand, zwei Pkw-Brände - und rückte zweimal zum Beseitigen von Sturmschäden aus. Aber auch die sechs Brandschutzkontrollgruppen führten 1982 entsprechende Kon­trollen durch. So wurden 552 Wohnstätten kontrolliert und bei 29 Mängeln Auflagen zu deren Beseitigung erteilt. 53 Kontrollen mit 20 festgestellten Mängeln fanden in Betrieben, Verkaufsstellen und Objekten statt. 1984 wiesen 702 kontrollierte Woh­nungen 36 Mängel sowie 63 Betriebe und Einrichtungen 14 Mängel auf. Im gleichen Jahre wurde die Drebkauer Wehr zur Stützpunktfeuerwehr für den Gemeindever­band Drebkau ernannt.
Da die meisten Feuerwehrkameraden außerhalb und teilweise in Schichten arbeite­ten, war die Einsatzbereitschaft vor allem tagsüber nicht immer gewährleistet. Des­halb mußte eine Tageslöschgruppe, deren Mitglieder Drebkauer Betriebe und Ein­richtungen benannten, aufgestellt und ausgebildet werden.


Beim Wirkungsbereichsausscheid 1985 gelang es den Frauen wiederum den 1. Platz in der Gruppenstaffette zu erringen. Obwohl während dieser Jahre neue Mitglieder für die Wehr gewonnen werden konnten, war es auf der anderen Seite notwendig, sich von Mitgliedern zu trennen, die sich kaum oder nicht an der Dienstdurchführung beteiligten. Ende 1985 betrug daher der Mitgliederstand der FFw Drebkau 38 Ka­meraden und 11 Kameradinnen. In der AG „Junge Brandschutzhelfer" arbeiteten 11 Schüler mit. Durch oftmals wechselnde Anleitung konnten jedoch keine befriedigen­den Arbeitsergebnisse erzielt werden.
Am 24. Januar 1986 wurde der Kamerad Wolfgang Wiangke von der Leitung der Wehr entbunden und als Nachfolger der Kamerad Günter Zegenhagen eingesetzt.
Neben dem Löschen einiger kleiner Brände erfolgte 1986 der Einsatz der Wehr bei einem Wannendurchbruch im VEB Glaswerk Drebkau. Kontinuierlich arbeiteten in­des die Brandschutzkontrollgruppen, die ihre Kontrollen gewissenhaft und in nicht geringer Anzahl durchführten.
Im Jahre 1987 erfolgte die Renovierung des Kulturraumes im alten Gerätehaus. Gleichfalls wurde eine Miniküche sowie Dusche und Toilette eingebaut, womit sichfür die Kameraden eine Verbesserung der sozialen Bedingungen ergab.
Im Jahr 1988 waren im April und Mai viele Waldbrandeinsätze erforderlich, wobei das TLF 16 sieben Mal zum überörtlichen Einsatz ausrücken mußte. Ein Höhepunkt war der Flächenwaldbrand bei Weißwasser, bei dem 496 Einsatzstunden geleistet wurden. Weiterhin war die Bekämpfung des durch Blitzschlag entstandenen Bran­des eines Stalles und Wirtschaftsgebäudes in Raakow notwendig.


Die AG „Junge Brandschutzhelfer", deren Leitung 1987 der Kamerad Andreas Gla­ser, zeitweise vom Kameraden Torsten Hannusch unterstützt, übernommen hatte, konnte beim Kreisausscheid in Cottbus einen 1. Platz sowie zwei 2. Plätze erzielen. Beim vorbeugenden Brandschutz stand die Öffentlichkeitsarbeit im Vordergrund. Durchgeführte Kontrollen ergaben folgende Ergebnisse: In Handelseinrichtungen 10 mit fünf festgestellten Mängeln, in Betrieben und Einrichtungen 34 mit 13 Män­geln und in Wohnstätten 446 mit 112 Mängeln.
Bei der Renovierung des Gerätehauses wurden 230 Std. geleistet. Neben der um­fangreichen Pflege der Fahrzeuge und Geräte richteten die Kameraden das Veteranen­fahrzeug „Mercedes" zu einem fast dem Original entsprechenden, fahrbereiten Lösch­fahrzeug her, wozu sie 485 Std. aufwendeten. Dadurch konnte es des Öfteren zu Jubiläen und Feuerwehrfestveranstaltungen eingesetzt werden. Für ihre gute Arbeit erhielt die Feuerwehr vom Rat der Stadt sowie vom Rat des Kreises Prämien.
Am 10. September 1988 fand im Kulturhaus Drebkau die Festveranstaltung anläßlich des 90-jährigen Bestehens der Freiwilligen Feuerwehr Drebkau statt. Verbun­den war sie mit einem anschließenden Kameradschaftsabend.
Als zu Beginn des Jahres 1989 der Kamerad Zegenhagen sein Amt niederlegte, wurde ab 1. März 1989 der Kamerad Wolf-Dieter Hannusch als neuer Wehrleiter eingesetzt.


Die Löscheinsätze im Jahre 1989 waren durch viele Wald- und Ödlandbrände ge­prägt, bei denen sieben durch Brandstiftung entstanden. Weiterhin rückte die Wehr zu einigen Kohlestaubbränden auf dem Bahnhof Drebkau, zu einem Kohlebrand bei der BHG, zu einem Wohnungsbrand sowie zu Hilfeleistungen aus. Dabei wurden 571 Einsatzstunden geleistet. Zur Verbesserung der Einsatzbereitschaft erhielt die Wehr neue Funkgeräte vom Typ U 700. Im NAW wurden ein altes Wohnhaus in der Brauhausstraße sowie ein Güterschuppen auf dem Bahnhof abgebrochen. Für die Pflege der Fahrzeuge und Geräte wendeten die Kameraden 180 Stunden auf. Zufrieden stellend arbeiteten die Brandschutzkontrollgruppen. So kontrollierten sie zehn Handelseinrichtungen und stellten neun Mängel fest, in 56 Betrieben und Ein­richtungen waren es vier Mängel und in 355 Wohnstätten zwölf Mängel. Weiterhin wurden 24 Kontrollen zum Schutz der Ernte durchgeführt.
Auch die AG „Junge Brandschutzhelfer" zeichnete sich durch gute, kontinuierliche Ar­beit aus. Bei den Kreismeisterschaften erreichte sie vordere Plätze, und erstmalig über­nahm sie die Winterfestmachung der Ober- und Unterflurhydranten im Stadtgebiet. Zur Festigung der Kameradschaft unternahmen die Kameradinnen und Kameraden einen Ausflug nach Dresden mit Dampferfahrt in die Sächsische Schweiz, der für alle Beteiligten in guter Erinnerung blieb.


Das Jahr 1990 brachte auch für die Freiwilligen Feuerwehren eine Wende. Sie orga­nisierten sich vereinsmäßig und wurden den neu gebildeten Stadt- und Gemeinde­verwaltungen unterstellt. Die Arbeit lief aber trotzdem weiter. So mußten eine Reihe von Wald- und Ödlandbränden gelöscht werden, als deren Ursache zum großen Teil Brandstiftung festgestellt werden konnte. Darauf beruhte auch ein Stall- und Scheuenbrand in Radensdorf. Bei einem anderen Scheunenbrand war Blitzschlag die Ursa­che. Weitere Brände waren auf der Müllkippe und an Bahndämmen zu löschen. Bei diesen Brandeinsätzen fielen 517 Einsatzstunden an.
Im vorbeugenden Brandschutz wurden in acht Handelseinrichtungen Kontrollen durchgeführt, 46 in Betrieben und Einrichtungen sowie 215 in Wohnstätten. Die da­bei festgestellten geringfügigen Mängel konnten meist sofort beseitigt werden. Für Wartungs- und Pflegearbeiten an Fahrzeugen und Geräten wendeten die Kamera­den 120 Stunden auf. Außerdem rückten sie zu einer Hilfeleistung aus. Auf eine kontinuierliche Arbeit konnte auch die AG „Junge Brandschutzhelfer" verweisen. Im Jahr 1991 waren wiederum viele Wald- und Ödlandbrände zu bekämpfen. Haupt­sächlich war Brandstiftung die Ursache. Weitere Einsätze erfolgten bei Müllkippen- und Bahndammbränden bei der Kohleverbindungsbahn. Zu bekämpfen waren auch ein Wohnungsbrand in Koschendorf und zwei Scheunenbrände in Greifenhain und Radensdorf, letzterer entstand durch Brandstiftung. Neu erfolgte der Einsatz der Feuerwehr bei zwei Verkehrsunfällen und Hilfeleistung zu drei weiteren. Insgesamt mußten bei Bränden und Einsätzen 1.176 Stunden aufgewendet werden.
Für Fahrzeug- und Gerätepflege sowie für Arbeiten im und um das Gerätehaus er­brachten die Kameraden 295 Stunden. Weiterhin richteten sie eine Kleiderkammer in einer leer stehenden Wohnung ein.
Aber es traten auch Schwierigkeiten auf. Durch Rückführungsansprüche konnte der Übungs- und Ausbildungsplatz nicht mehr genutzt werden, wodurch sich Schwierig­keiten bei der Ausbildung im nun wieder verstärkt anlaufenden Feuerwehrkampfs­port ergaben.


Probleme gab es auch in der Arbeit der Kommandostellen. Durch das Umsetzen des KLF B1000 von Raakow nach Jehserig war die Einsatzbereitschaft der Kom­mandostelle Raakow, die 1990 das 60-jährige Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr Raakow gefeiert hatte, nicht mehr gesichert. Das Interesse an der Feuerwehrarbeit ließ rapide nach, was schließlich 1994 zu deren praktischer Auflösung führte.
Die AG „Junge Brandschutzhelfer" organisierte mit Hilfe einiger Feuerwehrkameraden das erste Osterfeuer in Drebkau, das sich in den kommenden Jahren zur Tradition entwickeln sollte. Am 1. Juli 1991 erfolgte die Umwandlung der Arbeitsgemeinschaft zur Jugendfeuerwehr Drebkau mit elf Mitgliedern. Deren besonderes Erlebnis war die Teilnahme am 1. Jugendzeltlager des Landes Brandenburg in Bad Saarow, wo die jungen Kameraden bei den durchgeführten Wettkämpfen den 2. Platz belegen konnten. Beim 1. Kreisjugendfeuerwehrtag in Burg erreichten sie den 1. Platz von insgesamt 15 teilnehmenden Mannschaften.
Im Jahre 1992 wuchs die Stärke der Freiwilligen Feuerwehr Drebkau auf 30 Kame­raden und neun Kameradinnen an, die der Jugendfeuerwehr auf zwölf Mitglieder.
Wie in den vergangenen Jahren waren viele Wald- und Wiesenbrände zu bekämp­fen, als deren Ursache zum Teil Brandstiftung festgestellt werden mußte. Weiterhin rückte die Wehr zu einem Müllcontainerbrand, zu einem Torfbrand am Schloß, zu einem Bahndammbrand, zu einem Strohbrand in Leuthen, zu einem Scheunenbrand in Jehserig sowie zu Verkehrsunfällen und Hilfeleistungen aus, wofür 1356 Einsatz­stunden anfielen. Für Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten an Fahrzeugen und Geräten sowie am Gerätehaus wendeten die Kameraden 415 Stunden auf.
Das Traditionsfahrzeug und die Jugendfeuerwehr nahmen erstmalig am Rosenmontagsumzug in Drebkau teil und die jungen Kameraden richteten auch wieder das Osterfeuer aus.


Bei den Wettkämpfen des 2. Kreisjugendfeuerwehrtages errangen die Jungen ei­nen 1. sowie zwei 2. Plätze. Ein besonderes Erlebnis war die Teilnahme am Kreis­jugendlager im Waldbad Zeischa.
Waren die Einsätze in den vergangenen Jahren überwiegend durch Waldbrände geprägt, so zeichnete sich nun dahingehend eine Trendwende ab, daß Verkehrsun­fälle den Einsatzschwerpunkt bildeten. Durch unangemessene Geschwindigkeit nahm auch deren Schwere zu, weshalb das Spreiz- und Schneidgerät öfters zum Einsatz kam. Hierfür machte sich jedoch eine spezielle Ausbildung erforderlich. Insgesamt rückte die Wehr 1993 zu 35 Verkehrsunfällen, vier Ölspurbeseitigungen sowie sechs technischen Hilfeleistungen aus. Demgegenüber hatte sie 15 Waldbrände, vier Müllcontainerbrände sowie sechs sonstige Entstehungsbrände zu bekämpfen.
Am 10. Juni 1993 erhielt die Wehr vom Land Brandenburg das neue Löschfahrzeug LF 16 TS 8 - Kat, wodurch sich die Einsatzbereitschaft in starkem Maße verbesserte. Volksfeststimmung herrschte in der Stadt, als die Freiwillige Feuerwehr am 18. Sep­tember 1993 ihr 95-jähriges Bestehen feierte. Daran und am gleichzeitig stattfinden­den 1. Kreisfeuerwehrverbandstag des Landkreises Cottbus beteiligten sich 18 Feu­erwehren. Bei den durchgeführten Pokalwettkämpfen errangen die Frauen- und die Männermannschaft aus Drebkau jeweils den 1. Platz. Die Jugendfeuerwehr, die bei den Männern startete, konnte dort den 2. Platz belegen. Vorführungen von alter und neuer Feuerwehrtechnik rundeten das Fest ab. Den Höhepunkt bildete die Präsen­tation von Einsatzmöglichkeiten des ADAC-Rettungshubschraubers aus Senftenberg.
Sehr erfolgreich war dieses Jahr für die Jugendfeuerwehr, deren Stärke sich auf 18 Mitglieder erhöhte. Bereits als Tradition kann man die Beteiligung am Rosenmontagsumzug und die Ausrichtung des Osterfeuers bezeichnen. Beim Kreisjugendfeuerwehr­tag in Werben konnten die Drebkauer Jungen bei den Gruppen- und Einzelwett­kämpfen fünf 1. und mehrere vordere Plätze erringen.
Für ihre Gruppentreffen sowie für Ausbildungszwecke richteten sich die jungen Ka­meraden das Gerätehaus in Raakow her, wozu sie viele Arbeitsstunden leisteten. Offiziell wurde es ihnen am 8. Oktober 1993 übergeben.


Auch 1994 überwogen bei den Einsätzen 37 Verkehrsunfälle und 13 technische Hilfeleistungen. Des Weiteren rückte die Wehr zu 14 Waldbränden, einem Hotel­brand am Stausee in Bräsinchen, zwei Wohnungsbränden, zehn sonstigen Brän­den, einer Menschenrettung (Badeunfall) sowie zwei Tragehilfen für das DRK aus, wofür 1272 Einsatzstunden anfielen.
Um das Schneid- und Spreizgerät effektiver einsetzen zu können, erhielt die Feuerwehr ein neues Stromaggregat 8 kVA. Für Wartung, Pflege und Instandsetzung der Fahrzeu­ge und Geräte sowie am Gerätehaus wendeten die Kameraden 325 Stunden auf.
Wie schon im vergangenen Jahr fand im Herbst ein Grillabend statt, der auch in den kommenden Jahren zur Tradition werden sollte.
Die Jugendfeuerwehr war ebenfalls wieder bei Ausscheiden erfolgreich, so in Jehserig, wo sie im Vergleich der Jugendfeuerwehren je einen 1. und 3. Platz errang und die ältere Gruppe, die bei den Männermannschaften startete, sogar den 1. Platz. Beim Kreisleistungsvergleich in Burg belegte sie im Einzelwettkampf einen ersten und mehrere vordere Plätze sowie im Gruppenwettkampf zwei 1. Plätze. Bei der Abnahme der Leistungsspange der Deutschen Jugendfeuerwehr in Forst erreichte die Gruppe das Gesamtergebnis „gut", wodurch allen neun Kameraden die Leistungs­spange übergeben werden konnte.
In der Öffentlichkeitsarbeit traten die jungen Kameraden beim Rosenmontagsumzug, beim Osterfeuer, beim Schiebellfest sowie beim Straßenfest in der Hauptstra­ße in Erscheinung. Aber auch die Pflege des Gerätehauses in Raakow sowie die Winterfestmachung der Hydranten wurden mit viel Elan durchgeführt. Am 24. November 1994 trat ein Wechsel in der Wehrführung ein. Der Kamerad Wolf-Dieter Hannusch legte seine Funktion nieder, und als neuer Ortswehrführer wurde der Kamerad Olaf Ernst eingesetzt.


Seit dem 1. Januar 1995 wurde die Trägerschaft des Brandschutzes vom Amt Drebkau übernommen. Durch die Übernahme von 13 Kameraden aus der Jugendfeuerwehr in die aktive Abteilung stieg die Stärke der Wehr auf 43 Kameraden und sieben Kame­radinnen an. In der Jugendfeuerwehr waren 14 Jungen und vier Mädchen tätig.
An Bränden hatte die Wehr im Jahre 1995 20 Wald- und Ödlandbrände, zwei Wohnungsbrände, vier Brände in Nebengebäuden sowie einen Müllcontainerbrand zu löschen. Weiterhin rückte die Wehr zu drei Fahrzeugbränden, 23 Verkehrsunfäl­len, acht technischen Hilfeleistungen sowie zu einer Tierrettung aus. Fünf Personen mußten mit dem Schneid- und Spreizgerät aus ihren Fahrzeugen befreit werden. Insgesamt wurden für diese Einsätze 736 Stunden aufgewendet. An Ausrüstung erhielt die Wehr neue DIN-gerechte Einsatzbekleidung. Des weite­ren bekam sie eine elektrisch betriebene Schmutzwasserpumpe, wodurch sich der Verschleiß an den Feuerlöschpumpen erheblich verringerte.
In der Öffentlichkeit trat die Feuerwehr gemeinsam mit der Jugendfeuerwehr bei der Durchführung des Osterfeuers in Erscheinung. Weiterhin eröffnete sie gemeinsam mit der Freiwilligen Feuerwehr Kausche den festlichen Teil des Begrüßungsfestes für die neuen Kauscher Bürger.
Der gute Ausbildungsstand der Jugendfeuerwehr konnte auch bei den 1995 durch­geführten Wettbewerben bewiesen werden. So errangen die Mädchen bei der Kreis­meisterschaft in Guben einen ersten Platz und die Jungen drei erste und mehrere vordere Plätze. Beim Kreisleistungsvergleich in Kunersdorf konnten die Mädchen wiederum einen ersten Platz und die Jungen mehrere vordere Plätze erzielen. Am 1. Oktober war die Drebkauer Jugendfeuerwehr der Ausrichter zur Abnahme der Leistungsspange. Deren teilnehmende Gruppe schnitt dabei als beste ab. Als Abschluß ihrer Jugendfeuerwehrzeit führten die der aktiven Abteilung beigetre­tenen Kameraden einen Segeltörn mit dem Segelschiff „Stella Maris" auf der Ostsee durch. Dabei konnten sie ihre feuerwehrtechnischen Kenntnisse in Kiel, in Rostock und Warnemünde erweitern.


Durch den extremen Kälteeinbruch im Februar und März 1996 kam es im Amtsbereich bei 38 Haushalten zum Ausfall der Trinkwasserversorgung. Zuerst allein durch das Drebkauer Fahrzeug, später mit Hilfe der Wehren aus Greifenhain, Leuthen und Schorbus konnten diese voll mit dem benötigten Trinkwasser versorgt werden. Zu diesem Zweck wurden von der Drebkauer Wehr in 224 Einsatzstunden 1725 km zurückgelegt. Zu Brandeinsätzen rückte die Wehr zu 25 Wald- und Ödlandbränden, zu einem Wohnungsbrand, zu drei Bränden in Nebengebäuden, zu drei Bränden in landwirt­schaftlichen Objekten sowie zu zwei Bränden auf Mülldeponien aus. Vielfach waren diese Brände durch Fahrlässigkeit entstanden. Hier wirkte sich das Fehlen des vor­beugenden Brandschutzes aus, wo Kontrollen seit 1992 nicht mehr stattfanden. Zu weiteren Einsätzen mußte die Wehr in vier Fällen zur Menschenrettung, zu drei Ölspurbeseitigungen, zwei technischen Hilfeleistungen sowie zu 17 Verkehrsunfäl­len ausrücken, wobei drei Personen noch am Unfallort verstarben.
Bedingt durch die zunehmende Enge im Gerätehaus, die dortigen schlechten sanitä­ren Bedingungen sowie die Neuansiedlung des Ortes Kausche in Drebkau, kam es im Frühjahr zum Baubeginn eines neuen Feuerwehrdepots in der Spremberger Straße.
Seit 1995 waren größere Reparaturen und Pflegearbeiten an den Fahrzeugen in Fachwerkstätten durchgeführt worden. Trotzdem blieben noch genügend kleinere Pflegearbeiten sowie Arbeiten im Gerätehaus, für die die Kameraden 258 Stunden aufwendeten. Bei einem Einbruch im Gerätehaus - dem ersten seit Bestehen der Wehr - wurden zwei Handsprechfunkgeräte gestohlen. Weiterhin mußten sechs ver­schlissene Handscheinwerfer ersetzt werden.


Die Jugendfeuerwehr führte wieder gemeinsam mit den älteren Kameraden das Osterfeuer durch. Bei Amtsausscheid errangen die Mädchen einen ersten und zwei zwei­te Plätze, die Jungen vier erste und mehrere vordere Plätze.
Beim 2. Kreisleistungsvergleich des Kreises Spree-Neiße in Casel konnten die Mäd­chen zwei 1. Plätze und die Jungen einen 1. Platz und mehrere vordere Plätze belegen. Damit qualifizierten sie sich für die Brandenburgischen Landesmeister­schaften in Groß Leuthen, wo die Mädchenmannschaft einen vierten Platz im Landesmaßstab erreichte.
Zum Jahreswechsel 1996/97 kam es zum Ausfall des TLF 16. Kurzfristig machten die Kauscher Kameraden ihr Tanklöschfahrzeug einsatzbereit und stellten es den Drebkauern zur Verfügung, so daß deren Einsatzbereitschaft wieder gewährleistet war. Am 31. Januar 1997 übergab das Amt Drebkau, in Anwesenheit zahlreicher Gäste, der Freiwilligen Feuerwehr das neue Gerätehaus. Dieses zweckmäßig ausgestatte­te Gebäude trug zu verbesserten Ausrückezeiten und besseren sozialen Bedingun­gen bei. Ermöglicht wird weiterhin eine optimale Ausbildung und Schulung für alle Feuerwehren des Amtes. Finanzielle Unterstützung von Betrieben und Gewerbe­treibenden machten eine fast vollständige Einrichtung des Neubaues möglich. Aber auch die Kameraden führten für die Einrichtung, Fertigstellung und Reinigung zahl­reiche Arbeitseinsätze durch, bei denen sie 1599 Stunden leisteten.

 



Zur Entwicklung der Freiwilligen Feuerwehr Kausche


Als eine der ersten Brandschutzmaßnahmen in der Gemeinde Kausche ist die Er­richtung eines kleinen Spritzenhauses um 1900 sowie die Anschaffung einer Hand­druckspritze bekannt. Dazu verpflichtete man die männlichen Einwohner zur Brand­bekämpfung und die landwirtschaftlichen Betriebe zu Gespanndiensten. Der Haupt­grund für die Bildung dieser Pflichtfeuerwehr, die mit vielen Mängeln behaftet war, ist wohl in der Brandkatastrophe von 1888 zu suchen. Dabei brannten die Schäferei, Scheune und Stallungen des Gutes sowie zwei strohgedeckte Bauernhäuser an der Dorfstraße ab.
Erst 40 Jahre nach diesem Großbrand sollte es zur Gründung der Freiwilligen Feu­erwehr kommen. Der Initiator dafür war Alfred Noack. Da bei der ersten dazu einbe­rufenen Versammlung zu wenig Bürger anwesend waren, erfolgte sie schließlich im März 1928. Die ersten elf Mitglieder waren Alfred Noack, Kurt Noack, Johann Lehmann, Otto Attula, Richard Gerhardt, Richard Kühne, Paul Kowal, Paul Rasch, Franz Hundertmark, Wilhelm Sitschick und Max Scharfenecker. In den folgenden Wochen kamen weitere Mitglieder hinzu. Der erste Wehrführer war bis Juni 1936 Johann Lehmann.
Zur persönlichen Ausrüstung der Löschgruppe gehörte der Helm, der Hakengurt und ein kleines Beil. Mit Unterstützung des Kauscher Werkes wurde das Geräte­haus neben der alten Schule ausgebaut und ein dreistöckiger Steigerturm aufge­setzt. Von der Firma Koebe aus Luckenwalde wurde eine 400 Liter Kleinmotorspritze (TS 4) und vier Hakenleitern gekauft. Weiterhin wurde eine TS 6 für die Werkslöschgruppe beschafft.
Als erstes Feuerwehrauto diente ein ausgesonderter Mannschaftswagen der Bereitschaftspolizei Berlin. Zur Ausrüstung gehörten ferner Schaufeln, Beile und Sä­en. Die Alarmierung geschah durch Radfahrer mit Signalhorn, später durch die Luftschutzsirene. Die Ausbildung erfolge vor dem Gerätehaus. Großes Interesse, vor allem bei den Kindern, fanden die Steigerübungen und das Abseilen am Turm.
Der erste größere Einsatz der Wehr erfolgte am 22. September 1929 als die Werkszimmerei in Brand geraten war. Die Zimmerei brannte zwar ab, aber ein Übergreifen es Feuers auf andere Gebäude konnte verhindert werden. Hohe Einsatzbereitschaft wurde den Kauscher Feuerwehrleuten beim Großbrand in Neu-Petershain-Nord im Juli 1935 abverlangt. Sie trafen mit als erste am Brandherd „Große Guts­cheune" ein und sorgten trotz starker Rauchentwicklung und Funkenflugs dafür, daß die Kirche und andere Gebäude verschont blieben. Mehrere Waldbrände wurden, zum Teil mit Unterstützung vieler Helfer, in selbstlosem Einsatz gelöscht.
Am 15. Dezember 1933 trat ein neues Feuerlöschgesetz in Kraft. Die Freiwillige Feuerwehr erhielt den Status eines Polizeiorgans. Die Wehrführer wurden zu Amtswehrführern ernannt. Von 1936 bis April 1945 übte Ernst Appelt diese Funktion aus.
Als in den Tagen der Kauscher Kesselschlacht im April 1945 viele Wohnhäuser und die Gaststätte Kanter in Flammen standen, war kein Feuerwehrmann im Ort, der hätte löschen können. Die vor den Kampfhandlungen noch im Dorf verbliebenen Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehr waren zum Volkssturm abkommandiert oder auf der Flucht.
Ende 1945 fanden sich die zurückgekehrten Kameraden der Wehr wieder zusammen. Das Gerätehaus war nur leicht beschädigt. An Löschgeräten standen die Motorspritze und drei Hakenleitern zur Verfügung. Von den im Ort beschädigten und stehengelassenen Fahrzeugen reparierten sie einen Lkw und bauten ihn als Mannschaftswagen aus. Damit war die Wehr wieder einsatzbereit. Wehrleiter Wilhelm Helbig konnte sich seinerzeit auf mehr als 30 Mitglieder stützen.
Aber nicht nur bei Brandeinsätzen, auch auf kulturellem Gebiet war die Wehr in den Nachkriegsjahren aktiv. So stellte sie 1947 gemeinsam mit der FDJ den Maibaum auf und beteiligte sich seit 1948 am Zampern. Jährlich fand ebenfalls ein Kameradschaftsabend mit Tanz statt.
n Jahre 1952 erfolgte ein Wechsel in der Wehrleitung. Bis 1973 waren Kurt Plew und bis Juli 1983 Werner Gerhardt Wehrleiter. Ab diesem Zeitpunkt übernahm Joachim Kowal diese Funktion.
1958 war die Wehr zur Hochwasserbekämpfung in Spremberg und Cottbus eingesetzt. Brände bekämpfen mußte sie im Ort selbst in den Jähren 1967, 1976 und 1977 (je eine Scheune) sowie 1974 einen Garagenbrand. Außerhalb erfolgten Ein­sätze im Sägewerk Drebkau, beim Wohnungsbrand in Klein Görigk und bei einem Scheunenbrand in Steinitz. Mit Wald- und Torfbränden fertig zu werden, gehörte bis in die 90er Jahre hinein fast zum „Tagesgeschäft". Vielfach erschwerten explodie­rende Granaten diese Löscheinsätze.
Eine Frauenlöschgruppe mit über zehn Mitgliedern wurde 1963 gebildet. Sie war in erster Linie im vorbeugenden Brandschutz tätig. Die Wehr verhütete jedoch nicht nur Schäden, sie wirkte auch freiwillig und mit hohem Engagement am Nationalen Aufbauwerk der Gemeinde mit, so in den 70er Jahren beim Straßenbau, 1984 beim Bau des neuen Löschwasserteiches, bei dem sie über 900 Stunden erbrachte sowie 1986 bei der Freilegung der Trasse für die neue Trinkwasserleitung zwischen Steinitz und Kausche. Jährlich opferten die Kameraden viele Stunden für die Pflege und Werterhaltung des Gerätehauses und der Löschtechnik. Auch den im Laufe der Jahre baufällig gewordenen Steigerturm des Gerätehauses abzunehmen, blieb ihnen vor­behalten.
Arg betraf es die Kauscher Wehr, als am 29. Mai 1978 in das Gerätehaus eingebro­chen und das Löschfahrzeug gestohlen wurde. Bei Steinitz erlitt das Fahrzeug dann einen Unfall, der den Totalschaden zur Folge hatte. Als Ersatz erhielt die Feuerwehr am 2. Juni ein LF 8 - LO 1800 vom Fernsehkolbenwerk Friedrichshain, dessen Betriebsfeuerwehr kurz zuvor ein neues Löschfahrzeug erhalten hatte. Damit war die Einsatzbereitschaft wieder gewährleistet.
Am 28. und 29. Mai 1988 feierte die Freiwillige Feuerwehr Kausche ihr 60jähriges Jubiläum, zu dem sie als „Vorbildliche Freiwillige Feuerwehr" ausgezeichnet und das als Gemeindeverbandsfest begangen wurde. Zum Kampfappell und zu den Löschübungen waren die Wehren der Orte des Gemeindeverbandes anwesend. Sie demonstrierten die historische Entwicklung sowie die moderne Technik und Ein­satzmöglichkeiten der Feuerwehren.
Anläßlich des 65jährigen Bestehens der Kauscher Wehr fand am 14. August 1993 ein großes Dorffest statt, bei dem auch die Freiwillige Feuerwehr Drebkau mitwirkte. Zur weiteren Erleichterung ihrer Arbeit erhielt die Wehr von der LAUBAG ein Tank­löschfahrzeug TLF 16.
Nach der 1995 bis 1997 erfolgten Umsiedlung der Gemeinde Kausche auf das Ter­ritorium der Stadt Drebkau, erfolgte am 15. Februar 1997 die offizielle Vereinigung der Freiwilligen Feuerwehr Kausche mit der Freiwilligen Feuerwehr Drebkau. Inzwi­schen haben sich die Kameraden in ihrer neuen Wehr voll integriert und leisten eine anerkennenswerte Arbeit.


Entnommen aus der Festschrift „100 Jahre Freiwillige Feuerwehr Drebkau 1898-1998“, erarbeitet durch Dr. Lotar Balke, Volkskundler und Initiator des Museums „Sorbische Webstube“ in Drebkau

 


 

Zusammenschluß und weitere Entwicklung

 

„Einen besonders anzuerkennenden und beachtenswerten gesellschaftlichen und politischen Schritt zur Integration der Gemeinde Kausche in die Stadt Drebkau haben die Feuerwehrleute gewagt, indem sie sich zu einer Wehr zusammengeschlossen haben. Dabei haben sie Vielen ein hervorragendes Beispiel gegeben.“ Amtsdirektor Werner Roß im Grußwort zur Festschrift „100 Jahre Freiwillige Feuerwehr Drebkau 1898-1998“
Als herausragendes Datum in der Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr ist der 15. Februar 1997 zu bezeichnen, an dem sich die Freiwillige Feuerwehr Drebkau und die Freiwillige Feuerwehr Kausche offiziell vereinigten. Die Stärke der Wehr betrug zu diesem Zeitpunkt 56 Kameraden und zehn Kameradinnen, die der Jugend­feuerwehr sechs Mädchen und 13 Jungen. Als Ortswehrführer wurde der Kamerad Olaf Ernst und als sein Stellvertreter der Kamerad Joachim Kowal eingesetzt.
An Bränden hatte die Wehr 1997 zehn Wald- und Ödlandbrände, zwei Wohnungs­brände, zwei Brände in Industriebetrieben, zwei Brände in gewerblichen Betrieben, einen Heuwagenbrand, einen Müllcontainerbrand, sowie drei Pkw-Brände zu be­kämpfen. Des Weiteren rückten sie zu vier Rettungseinsätzen, 13 technischen Hil­feleistungen sowie 13 Verkehrsunfällen aus. In vier Fällen mußte das hydraulische Rettungsgerät zur Personenbefreiung eingesetzt werden. Für drei Personen kam jedoch jegliche Hilfe zu spät. Insgesamt wurden für diese Einsätze 941 Stunden aufgewendet. Beim Hochwassereinsatz in Ratzdorf an der Oder leisteten die Kame­raden 141 Einsatzstunden.
Um die Ausbildung auf einen einheitlichen Stand zu bringen, waren verstärkt Geräte­ausbildungen notwendig. Genutzt wurden auch die Weiterbildungsmöglichkeiten an der Landesfeuerwehrschule in Eisenhüttenstadt (www.lste.de ), wo sich junge Kader der Wehr qualifizierten.


Um die vorhandenen Fahrzeuge und Geräte in einem einsatzbereiten Zustand zu halten, wendeten die Kameraden 319 Stunden auf. Eine Überprüfung der Landesprüfstelle Borkheide ergab aber trotzdem teilweise Mängel an den feuerwehr­technischen Teilen der Fahrzeuge. Mit nicht geringen finanziellen Mitteln konnten diese in einer Fachwerkstatt beseitigt werden.
In der Öffentlichkeitsarbeit trat die Feuerwehr 1997 mehrfach in Erscheinung. So richtete sie gemeinsam mit der Jugendfeuerwehr das Osterfeuer aus. Beim Früh­lingsfest in Kausche zeigte sie gemeinschaftlich mit der DRK Rettungswache eine Einsatzübung und führte Sicherheitswachen durch. Am 24. Mai fand im neuen Gerätehaus der „Tag der offenen Tür" statt, der leider bei der Bevölkerung nicht den gewünschten Anklang fand. Beim Dorffest in Golschow bereicherten die Kamera­den durch Vorführung mit dem Schneid- und Spreizgerät das Programm. Bedingt durch die relative Größe des Kreises Spree-Neiße unterteilte der Kreisfeuerwehrverband diesen in vier Unterbezirke. Zum Unterbezirk 4, den der Kame­rad Eberhard Ruhe leitet, gehören die Stadt Spremberg und die Ämter Drebkau und Welzow. Als Amtsbrandmeister ist seit 1993 der Kamerad Günther Gierschner tätig. Die Jugendfeuerwehr konnte an die Wettbewerbsergebnisse des Vorjahres anknüp­fen. Bei den Amtsmeisterschaften belegten die Mädchen sowie die Jungen jeweils zwei 1. Plätze. Bei den Kreismeisterschaften in Casel wurden sowohl die Mädchen wie auch die Jungen Kreismeister in allen Disziplinen.
Wer etwas leistet, der kann auch feiern. Unter diesem Motto ließen die Kameradin­nen und Kameraden, wie schon in den vergangenen Jahren, das Arbeitsjahr mit einem Grillabend ausklingen.
Im ersten Halbjahr des Jahres 1998 hatte die Wehr bereits 17 Brände zu löschen, so zehn Wald- und Ödlandbrände, einen Wohnungsbrand, drei Fahrzeuganhänger­brände sowie drei Industriebetriebsbrände. Weiterhin rückte sie zu zwei Hilfelei­stungen und acht Verkehrsunfällen aus, wobei in zwei Fällen das Schneid- und Spreizgerät zum Einsatz kam.
Die Jugendfeuerwehr beteiligte sich, wie bereits in den Jahren zuvor, am Rosenmontagsumzug und richtete wieder mit den älteren Kameraden das Osterfeuer aus. Bei den Amtsmeisterschaften errang die Männermannschaft, wie schon in den Jahren 1996 und 1997, den 1. Platz beim Löschangriff. Die Mädchenmannschaft der Jugendfeuerwehr konnte zwei 1. Plätze und die Jungenmannschaft drei 1. Plätze erzielen.

Die Wehr verfügte 1998 über folgende Fahrzeuge und Ausrüstungsgegenstände:
1   LF16-TS8-KAT
1   LF8-TS8-STA
1   TLF16/1
1   TLF 16/2
1   Krad ETZ 250
1   Schneid- und Spreizgerät
2   Motorkettensägen
1   Leichtschaumgerät LSG 4/400 T
14   Preßluftatemgeräte
65  Tonrufemfänger
1   Notstromaggregat 8 kW 400 V
1   Veteranenfahrzeug Mercedes-Benz, Typ M16 1928
1   Veteranenfahrzeug LF 8 - TS 8 - STA 1965


Wenn wir auf die 100 Jahre Entwicklung der Freiwilligen Feuerwehr Drebkau zu­rückblicken, so können wir feststellen, daß diese nicht immer leicht waren. Vieles haben sich die Kameraden in tatkräftigem Einsatz selbst erschaffen müssen. Es gab Höhen und Tiefen. Aber stets war die Freiwillige Feuerwehr zur Stelle, wenn es galt Brände zu löschen, Hilfe zu leisten oder Menschenleben zu retten. Im Dezember konnte die Feuerwehr ein TLF 16/25 auf MAN in Dienst stellen, es ersetzte den TLF16/1 auf W50.


Entnommen aus der Festschrift „100 Jahre Freiwillige Feuerwehr Drebkau 1898-1998“, erarbeitet durch Dr. Lotar Balke, Volkskundler und Initiator des Museums „Sorbische Webstube“ in Drebkau

 


 

  Freiwillige Feuerwehr Stadt Drebkau